Menzies - Clemens Tipps und Quoten am 11.09.2026

Cameron Menzies - Gabriel Clemens - Tipps

Gabriel Clemens steht an diesem Freitagabend in Antwerpen nur auf der Bühne, weil vier Spieler vor ihm abgesagt haben. Cameron Menzies kommt direkt von der European Tour 12, wo er am Sonntag im Achtelfinale stand. Beide spielen um denselben Platz in der zweiten Runde, beide waren in diesem Jahr schon einmal Turniersieger bei einem Players Championship, und ihre fünf gemeinsamen Partien endeten dreimal mit einem einzigen Leg Unterschied. Das Duell im Best of 11 ist damit weit offener, als die Rollenverteilung im Turnier vermuten lässt.

Ein Nachrücker gegen einen Dauergast der European Tour

Um 19 Uhr Ortszeit beginnt im Antwerp Expo die Abendsession der ersten Runde, und Menzies gegen Clemens ist dort eine von acht Partien. Die Flanders Darts Trophy ist das dreizehnte von fünfzehn European-Tour-Turnieren dieses Jahres, 48 Spieler treten um 230.000 Pfund an, und das Turnier endet am Sonntag mit dem Finale. Für Menzies und Clemens geht es zunächst um 2.000 Pfund für das Aus in der ersten Runde oder um ein Spiel gegen Gian van Veen, den gesetzten amtierenden Europameister, am Samstagabend.

Beide steigen in der ersten Runde ein, denn zu den 16 gesetzten Spielern der Order of Merit gehört keiner von ihnen. Dahinter trennt sie der Weg ins Feld. Luke Littler, Luke Humphries, Jonny Clayton und Gary Anderson haben für dieses Turnier abgesagt, nachgerückt sind Clemens, James Hurrell, Kim Huybrechts und Brendan Dolan von der Reserveliste. Clemens ist damit über eine Absage ins Feld gekommen und wartet seit dem 26. August auf ein Spiel. Menzies hatte am Wochenende drei Partien in den Beinen, zuletzt eine 1:6-Niederlage gegen Gerwyn Price.

Wie stark Cameron Menzies zurzeit wirklich ist

Menzies beginnt Legs so stark wie wenige Spieler außerhalb der Weltspitze. Sein First-9-Average liegt bei 101,70, sein First-3-Average bei 101,53, und damit setzt er einen Gegner schon in den ersten drei Darts unter Druck. Über die letzten zwölf Monate kommt er auf einen Average von 92,62 bei einer Checkout-Quote von 37,19 Prozent (Stand: 11.09.2026) und gewann 66 seiner 116 Spiele, also 56,9 Prozent. Zu den 32 besten Averages dieses Zeitraums gehört sein Wert damit nicht, denn diese Liste endet bei 92,98.

Was er aus diesen Anfängen macht, schwankt erheblich. In den zwölf zuletzt gespielten Partien liegen vier Averages über 99 und zwei unter 80, und die beiden schwächsten standen jeweils am Ende eines Tages, an dem er zuvor mehrere Spiele gewonnen hatte. Nach oben reicht seine Spannweite weit: Am 20. Juli schlug er Luke Humphries beim World Matchplay 10:7 mit einem Average von 97,83, im Oktober vergangenen Jahres unterlag er demselben Gegner im Achtelfinale der Europameisterschaft 9:10 bei einem Average von 101,53.

Datum

Turnier

Runde

Ergebnis

Gegner

Average

06.09.2026

European Tour 12

Achtelfinale

1:6 verloren

Gerwyn Price

76,18

05.09.2026

European Tour 12

Runde 2

6:3 gewonnen

Gary Anderson

95,82

04.09.2026

European Tour 12

Runde 1

6:1 gewonnen

Johan Engstrom

92,49

28.08.2026

European Tour 11

Runde 1

1:6 verloren

Tom Sykes

96,84

26.08.2026

Players Championship 28

Runde 3

4:6 verloren

Daniel Ayres

90,57

Die 180er sind seine verlässlichste Größe. 353 in zwölf Monaten bedeuten 2,94 pro Partie oder 0,331 je Leg, dazu kommen 383 Würfe zwischen 171 und 180 und 633 Würfe mit 140 Punkten. Menzies wirft hohe Averages, auch wenn er verliert. Was seine Averages von seinen Ergebnissen trennt, ist die Verwertung am Doppel. Eine Woche vor diesem Turnier reichte ihm einer seiner besseren Averages nicht, um gegen Tom Sykes mehr als ein Leg zu holen.

Gabriel Clemens zwischen Titel und knappen Niederlagen

Clemens hat in diesem Jahr erstmals ein Players Championship gewonnen und steht trotzdem bei einer ausgeglichenen Bilanz. Am 7. Juli holte er das Players Championship 24, im Halbfinale 7:3 gegen Brendan Dolan mit einem Average von 100,77, im Finale 8:6 gegen Luke Woodhouse. Ein ganzes Turnier auf seinem Niveau zu spielen, kann er also. Aus 112 Partien, die über Legs gingen, holte er 56 Siege und 56 Niederlagen, sein Jahr 2026 liegt bei 54 Prozent gewonnenen Spielen und damit besser als 2025 mit 49 Prozent.

In fast jeder Kennzahl der letzten zwölf Monate liegt er knapp hinter Menzies, mit 91,62 Average, 35,92 Prozent Checkout-Quote und 51,65 Prozent gewonnenen Legs. Danach folgten mehrere knappe Niederlagen. Am 30. Juli verlor er das Finale eines Qualifikationsturniers für die European Tour 3:6 gegen Cristo Reyes, am 24. August das Achtelfinale der Qualifikation für die World Series Finals 5:6 gegen Justin Hood, am 25. August gegen Peter Wright 5:6 bei einem Average von 99,92. Sein letztes Spiel vor Antwerpen war eine 3:6-Niederlage gegen Christopher Wickenden mit 81,47.

Zwei Zahlen erklären sein Muster. Eröffnet Clemens ein Leg, gewinnt er es in 64,56 Prozent der Fälle und damit häufiger als Menzies mit 62,88 Prozent. Muss er ein Break holen, sinkt sein Wert auf 39,10 Prozent, während Menzies bei 43,36 Prozent bleibt. Clemens hält also zuverlässig seinen Anwurf und tut sich schwer, wenn er einen Rückstand aufholen muss. In einem Format über elf Legs heißt das, dass ein früh verlorenes Leg gegen die eigene Eröffnung meist bestehen bleibt. Genau deshalb häufen sich bei ihm die Ergebnisse 5:6 und 4:6 und nicht die klaren Niederlagen.

Menzies vs. Clemens: Der direkter Vergleich

Gegeneinander gespielt haben beide bisher ausschließlich bei Players Championships, immer im Modus first to 6 und damit in genau dem Format, das auch am Freitag gilt. Clemens führt 3:2 und kommt in diesen Partien auf einen Average von 94,78, deutlich über seinem Durchschnitt der letzten zwölf Monate.

Turnier

Datum

Runde

Ergebnis (Clemens zuerst)

Players Championship 30

02.10.2025

Runde 3

5:6 verloren

Players Championship 10

01.04.2025

Runde 3

5:6 verloren

Players Championship 20

04.09.2023

Achtelfinale

6:5 gewonnen

Players Championship 10

02.04.2022

Runde 2

6:4 gewonnen

Players Championship 28

05.10.2019

Runde 1

6:3 gewonnen

Dreimal entschied ein einzelnes Leg, der größte Abstand betrug drei Legs, und Menzies hat in keiner der fünf Partien mit mehr als zwei Legs Vorsprung gewonnen. Diese Stichprobe ist klein, aber sie ist in einem Punkt eindeutig: Zwischen diesen beiden Spielern gab es nie eine einseitige Partie, auch nicht, als Menzies deutlich besser warf.

Die beiden jüngsten Duelle gingen allerdings an ihn, das letzte am 2. Oktober 2025. Dort warf Menzies 100,94 gegen 89,11 und lag nach den ersten neun Darts mit 111,64 zu 95,79 klar vorn, während Clemens das Spiel über eine Checkout-Quote von 50 Prozent offen hielt und erst im letzten Leg verlor. Sieben 180er fielen in dieser Partie, vier von Menzies und drei von Clemens.

Cameron Menzies vs. Gabriel Clemens Tipps

Cameron Menzies – Gabriel Clemens

Flanders Darts TrophyAntwerpen
Über 4,5 180er
Quote: 1,51
Sieg Gabriel Clemens +2,5
Quote: 1,39
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Tipp 1: Über 4,5 180er setzt auf die Gesamtzahl der 180er beider Spieler, ab fünf gewinnt die Wette. Die Rechnung dazu ist schlicht. Menzies wirft 0,331 180er je Leg, Clemens 0,296, zusammen sind das 0,627. Bei der durchschnittlichen Länge ihrer Partien von 9,18 Legs ergibt das eine Erwartung von 5,76 180ern, und über die Summe pro Partie gerechnet, also 2,94 plus 2,62, kommt man auf 5,56. Nötig sind 7,18 Legs, damit die Erwartung die Vorgabe überschreitet. Ab einem 6:2 liegt man rechnerisch darüber, bei 6:1 mit 4,39 darunter.

Das einzige dokumentierte Duell der beiden lag mit sieben 180ern deutlich über der Grenze. Beide sind starke Scorer mit ähnlicher Verwertung am Doppel, Menzies mit 44,89 Prozent, Clemens mit 44,18 Prozent, und diese Mischung verlängert Legs statt sie zu verkürzen. Gegen den Tipp spricht der schmale Puffer. Ein 6:0 oder 6:1 kippt ihn, und bei Menzies kommen solche Ergebnisse in beide Richtungen vor, da er sehr schwankend ist. Er gewann im Februar 6:0 gegen James Wade und verlor selbst zweimal 1:6 in den letzten drei Wochen. Trotzdem denke ich, dass hier einige 180er fallen werden, vor allem, wenn beide auf einem ähnlichen Niveau spielen. Deswegen ist die erste Empfehlung eine über 4,5 180er Wette.

Tipp 2: Sieg Gabriel Clemens +2,5 ist ein Handicap auf Legs, Clemens startet also mit 2,5 Legs Vorsprung. Die Wette gewinnt bei jedem Sieg von Clemens und bei einer Niederlage mit 4:6 oder 5:6. Sie verliert nur, wenn Menzies mit drei oder mehr Legs Vorsprung gewinnt, also bei 6:3, 6:2, 6:1 oder 6:0. Drei voneinander unabhängige Zugänge stützen ihn. Erstens gewann oder verlor Clemens knapp in 81 von 112 Fällen, das sind 72,3 Prozent. Zweitens, aus Menzies' Sicht gerechnet, gewinnt dieser 36,2 Prozent seiner Partien mit mindestens drei Legs Unterschied, sein Gegner käme mit diesem Handicap also in 63,8 Prozent der Fälle durch.

Drittens der direkte Vergleich, in dem Menzies nie mit mehr als zwei Legs vorn lag. Zusammengenommen liegt der Korridor bei rund 64 bis 72 Prozent. Wie Clemens seine Legs gewinnt, passt zu diesem Tipp besser als zu einer Siegwette. Sein hoher Wert bei seinem eigenen Anwurf hält ihm auch gegen die Top-Spieler lange im Rennen. Gegen den Tipp spricht das Gegenteil der zweiten Zahl: Ein Drittel der Menzies-Partien endet deutlich, er ist in jeder Kennzahl der etwas bessere Spieler, er hat die beiden letzten Duelle gewonnen, und er bestreitet auf dieser Ebene ein Vielfaches der Spiele von Clemens. Clemens ist jedoch nur durch eine Absage in dem Teilnehmerfeld, weshalb er komplett ohne Erwartungen in diese Partie gehen kann. Deswegen traue ich Clemens eine starke Leistung zu und denke, dass sich diese Partie erst im 10. oder 11. Leg entscheiden wird.

Wie die Partie laufen dürfte

Ein 6:4 oder 6:5 ist bei diesen beiden das wahrscheinlichste Bild, und die offene Frage ist nur, in welche Richtung. Menzies ist der leicht konstantere Spieler und geht als Favorit in die Partie, aber nicht als klarer. Sein First-9-Average verschafft ihm den besseren Start in die Legs, Clemens' Werte bei eigener Eröffnung geben ihm die Gegenwehr, und keiner von beiden verwertet am Doppel gut genug, um ein Spiel schnell zu beenden. Zehn oder elf Legs sind deshalb die wahrscheinlichere Länge als sieben oder acht.

Alles spricht für eine sehr enge Partie, und Clemens hat darin eine realistische Chance. Dazu kommt seine Rolle in diesem Turnier. Er ist über eine Absage ins Feld gekommen, in Antwerpen erwartet ihn niemand in der zweiten Runde, und der Favorit heißt Menzies. Clemens geht also ohne Druck in den Abend. Deswegen gehe ich von einer sehr engen Partie aus, bei welcher beide am Ende gewinnen könnten.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

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