Darts Wetten: Format, Anwurf, Kennzahlen und Quote
Die meisten Matches der PDC laufen nur so lange, bis einer sechs Legs gewonnen hat. Wer das Ausbullen gewinnt, wirft sechs der elf möglichen Legs an, sein Gegner fünf, und schon ein einziges Break kann das Match entscheiden. Auch Luke Littler verliert in diesem Format mal 5:6. Für Darts Wetten heißt das: Format und Anwurf zählen bei jedem Tipp mit, und wer mehr Punkte wirft, gewinnt nicht automatisch, wenn er auf den Doubles danebenwirft. Aus der Quote einer Siegwette rechnest du zurück, für wie wahrscheinlich der Wettanbieter den Sieg jedes Spielers hält und wie viel Marge darin steckt.
Alle Wettarten
Auf das Ergebnis
- SIEGERSiegwettezuletzt gelesenGezählt wird: wer das Match gewinntBeispielSpieler A gewinnt
- ENDSTANDKapitel 1: Ergebniswettenzuletzt gelesenGezählt wird: der genaue Endstand in Legs oder SetsBeispiel6:4 für Spieler A
- DIFFERENZKapitel 2: Handicap Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: der Abstand in Legs, Sätzen oder 180ern nach Verrechnung der VorgabeBeispielSpieler A −2,5 Legs
- SUMMEKapitel 3: Über/Unter Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: gespielte Legs, Sets oder 180er gegen eine GrenzeBeispielUnter 9,5 Legs
Neben dem Ergebnis
- 180ERKapitel 4: 180er Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: wie viele 180er ein Spieler oder beide zusammen werfenBeispielÜber 5,5 180er im Match
- CHECKOUTKapitel 5: Checkout Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: die Höhe eines Finishes und wer das höchste wirftBeispielHöchstes Checkout: Spieler B
- 9-DARTERKapitel 6: 9-Darter Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: ob in einer Partie oder einem Turnier ein perfektes Leg fälltBeispiel9-Darter in der Partie: Nein
Turnier und Live
- TURNIERSIEGKapitel 7: Langzeitwettenzuletzt gelesenGezählt wird: der Sieger eines Turniers, einer Gruppe oder einer Saison, oder eine Summe über alle MatchesBeispielWeltmeister: Spieler A
- SPIELVERLAUFKapitel 8: Live-Wettenzuletzt gelesenGezählt wird: eine Wette auf ein laufendes Match, ausgehend vom aktuellen StandBeispielBei 1:4 auf Spieler A
Wie im Darts gezählt wird: Leg, Satz und Best of
Jedes Leg beginnt bei 501 Punkten, und es gewinnt, wer als Erster genau auf null kommt. Der letzte Dart muss dabei ein Double treffen. Steht ein Spieler bei 32 Rest, checkt er mit der Double 16 aus. Trifft er stattdessen zweimal die einfache 16, ist er zwar rechnerisch bei null, ohne Double zählt das aber nicht: Die ganze Aufnahme ist weg, und sein Stand springt auf 32 zurück. Das heißt Bust, und er greift genauso, wenn jemand mehr wirft, als ihm noch fehlt, oder genau einen Punkt übrig lässt, denn eine 1 lässt sich mit keinem Double mehr zumachen.
Deshalb gewinnt Scoring allein kein Leg. Wer stark scort, kommt schneller auf einen Rest, den er auschecken kann, zumachen muss er trotzdem auf einem Double, und jede Aufnahme, in der er es verfehlt, gibt dem Gegner eine weitere Gelegenheit. Aus genau dieser Lücke zwischen Scoring und Doubles entstehen die Matches, die der Spieler mit dem schwächeren Average gewinnt; bei den Kennzahlen weiter unten steht, wie oft das vorkommt.
Ein Match läuft entweder direkt über Legs oder über Sätze, die selbst aus Legs bestehen. Der Name des Formats nennt die höchstmögliche Zahl: Best of 11 heißt, dass höchstens elf Legs gespielt werden; wer zuerst sechs gewinnt, hat das Match. Bei der PDC laufen mehr als 90 Prozent aller Matches, die für die Rangliste zählen, in genau diesem Format. Wenn du über das Jahr verteilt Darts Wetten platzierst, hast du also fast immer ein Match vor dir, das nach spätestens elf Legs entschieden ist.
Die Formate der großen PDC-Turniere
Nicht jedes Turnier bleibt beim Best of 11, und jede Abweichung ändert, wie lange ein Match dauert und wie es kippen kann.
| Turnier | Gespielt wird in | Nötig zum Sieg | Wie ein enges Match endet |
|---|---|---|---|
| PDC-WM | Sätzen zu je drei gewonnenen Legs | 3 Sätze in Runde 1 und 2, 4 in Runde 3 und 4, 5 im Viertelfinale, 6 im Halbfinale, 7 im Finale | Im letzten möglichen Satz zwei Legs Vorsprung, bei 5:5 ein einziges Leg im Sudden Death ohne neues Ausbullen |
| World Matchplay | Legs | 10 Legs in Runde 1 (Best of 19), steigend bis 18 im Finale (Best of 35) | Zwei Legs Vorsprung, bei 12:12 in Runde 1 und bei 20:20 im Finale ein einziges Entscheidungsleg |
| Premier League 2026, jeder Spielabend | Legs | 6 Legs im Viertelfinale, Halbfinale und Finale (je Best of 11) | Wer zuerst sechs Legs hat |
| ProTour, Hauptfeld | Legs | 6 Legs bis zum Viertelfinale (Best of 11), 7 im Halbfinale (Best of 13), 8 im Finale (Best of 15) | Wer zuerst die nötige Zahl Legs hat |
Bei der WM ist ein Match der ersten Runde erst nach drei Sätzen und damit nach mindestens neun gewonnenen Legs vorbei, das Finale nach sieben Sätzen und mindestens 21 Legs. Eng wird es im letzten möglichen Satz: Ein 3:2 reicht dort nicht, gespielt wird weiter, bis einer zwei Legs vorn liegt, längstens bis 5:5. Dann entscheidet ein einziges Leg.
Beim World Matchplay gilt die Regel mit den zwei Legs Vorsprung für das ganze Match. Deshalb kann eine Partie, die als Best of 19 angesetzt ist, bis zu 25 Legs dauern, denn erst bei 12:12 entscheidet ein einziges Leg. In der Premier League bleibt es dagegen beim Best of 11, dafür spielt, wer ins Finale kommt, an einem Abend drei Matches.
Beim World Grand Prix muss jedes Leg auf einem Double oder dem Bullseye beginnen und auf einem Double oder dem Bullseye enden, Double In, Double Out. Kein anderes Turnier der PDC verlangt das. Bis ein Spieler sein erstes Double trifft, zählt kein einziger Punkt. Wer auf den Doubles wackelt, verliert dort also schon zu Beginn des Legs Aufnahmen, nicht erst beim Checkout.
Anwurf und Break: was das Ausbullen wert ist
Vor dem Match wird ausgebullt. Wer gewinnt, beginnt das erste Leg oder den ersten Satz und danach jedes Leg oder jeden Satz mit ungerader Nummer. Im Best of 11 hat er damit sechs der elf möglichen Legs mit eigenem Anwurf, sein Gegner fünf. Gewinnt ein Spieler ein Leg, das er selbst begonnen hat, bringt er seinen Anwurf durch; holt er ein Leg, das der Gegner begonnen hat, ist das ein Break.
Christopher Kempf, der Statistiker der PDC, rechnet daraus eine einfache Folge vor: Wer im Best of 11 das Ausbullen gewinnt und sechsmal seinen Anwurf durchbringt, hat das Match gewonnen, ganz gleich, welchen Average der andere spielt. Für den Verlierer des Ausbullens heißt das umgekehrt, dass er mindestens einmal breaken muss.
Wie schwer das ist, liegt am Tempo. Checkt der Spieler mit Anwurf mit seiner fünften Aufnahme aus, also nach höchstens 15 Darts, hatte sein Gegner bis dahin nur vier Aufnahmen und zwölf Darts. Um dieses Leg zu holen, hätte er es in zwölf Darts oder weniger beenden müssen, und das gelingt nach Kempfs Auswertung selbst auf höchstem Niveau nur in rund 10 Prozent der Legs. Breaks sind deshalb seltener als durchgebrachte Anwürfe, und im Best of 11 kann ein einziges das Match entscheiden.
| Spieler | Gewonnene Legs mit Anwurf | Gewonnene Legs gegen den Anwurf |
|---|---|---|
| Stammspieler der Players Championships, der mit Anwurf jedes zweite Leg gewinnt | 50 Prozent | rund 30 Prozent |
| Spitzenspieler | 70 Prozent | 42 Prozent |
| James Wade, Players Championships 2025 | 72 Prozent | 41 Prozent |
Selbst ein Spitzenspieler gibt drei von zehn eigenen Anwürfen ab, holt sich dafür aber gut vier von zehn Legs, die der Gegner beginnt. In Matches gegen die Besten ist ein Break deshalb nichts Besonderes: Im Mittel fallen dort auf drei durchgebrachte Anwürfe zwei Breaks.
Über ein ganzes Match hat Daniel Goller den Vorteil gemessen. Er wertete 11.604 Matches der PDC und der BDO aus den Jahren 2009 bis 2019 aus, und der Spieler mit Anwurf gewann im Mittel mit einer um 8,6 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit. Nach seiner Analyse verschwindet dieser Vorsprung auch nicht von selbst, nur weil ein Match länger dauert.
Für Darts Wetten vor dem Match heißt das: Wer diesen Vorteil bekommt, weiß beim Tipp noch niemand, denn ausgebullt wird erst unmittelbar vor dem ersten Leg. Bei zwei ungefähr gleich starken Spielern wird dieser Vorsprung also erst nach deinem Tipp vergeben, und keine Vorbereitung ändert daran etwas.
Die Siegwette bei Darts Wetten
Mit der Siegwette tippst du auf den Spieler, der das Match gewinnt, und sonst zählt nichts: kein Endstand, keine Zahl an Legs, keine 180er. Ein Unentschieden gibt es nicht. Jedes Format läuft bis zu einer festen Zahl gewonnener Legs oder Sätze, und wo es eng wird, erzwingen Entscheidungssatz, Entscheidungsleg oder Sudden Death ein Ende.
- 1A
- 2B
- 3BBreak
- 4B
- 5
Wie viel ein klarer Favorit im kurzen Format wert ist, zeigt Luke Littler. 2025 gewann er sechs der acht im Fernsehen übertragenen Ranglistenturniere der PDC, so viele in einem Jahr hatten vor ihm nur Phil Taylor und Michael van Gerwen geholt. Bei den Belgian Darts Open 2026 schied er im Achtelfinale mit 5:6 gegen Niels Zonneveld aus. Ein Leg hat gefehlt. Kempf hatte schon Ende 2025 eingeschätzt, dass im kurzen Format wenige sehr schnelle Legs eines Gegners genügen können, um auch Littlers Siegesserie zu beenden.
Dazu ist das Feld dichter geworden. Die ersten 14 Players Championships 2024 gewannen 14 verschiedene Spieler. Wer in diesem Jahr bei einer Players Championship in der ersten Runde verlor, spielte dabei im Mittel 88,33 Average, fast drei Punkte mehr als zehn Jahre zuvor, und diese Spieler warfen 30 Prozent mehr Legs in zwölf Darts als 2014. Bis Ende Juli 2024 gingen 412 Matches der Players Championships ins Entscheidungsleg, 23 Prozent aller Matches. Und im elften Leg eines Best of 11 wirft wieder der an, der das Ausbullen gewonnen hat.
Für deinen Tipp ergeben sich daraus zwei Dinge. Eine niedrige Quote auf einen Favoriten im Best of 11 zahlt wenig für ein Match, in dem ein einziges Break den Ausschlag geben kann und das bei den Players Championships 2024 fast jedes vierte Mal bis ins letzte Leg ging. Dieses Risiko steckt in jedem Tipp auf einen Favoriten auf der ProTour, auch bei Littler. Umgekehrt braucht ein Tipp auf einen Außenseiter keinen Spieler, der über ein ganzes Match besser ist. Es kann einer genügen, der ein paar sehr schnelle Legs werfen kann, und davon gibt es im dichter gewordenen Feld mehr als früher.
Kennzahlen: Average, Doubles und Form
Meist gewinnt, wer den höheren Average spielt, aber längst nicht immer: Bis zum 20. August 2024 zählte die PDC 505 Matches, knapp ein Viertel aller ausgewerteten, die der Spieler mit weniger Punkten je Dart gewann. Der Average misst das Scoring über alle Darts eines Matches, gewonnen wird jedes Leg aber mit einem Double.
Was der Drei-Dart-Average misst
Für den Drei-Dart-Average teilst du alle geworfenen Punkte durch die Zahl der geworfenen Darts und nimmst das Ergebnis mal drei. Ein angenommenes Beispiel: Beendet ein Spieler ein Leg mit dem 15. Dart, hat er 501 Punkte in 15 Darts geworfen und kommt in diesem Leg auf 501 geteilt durch 15, mal drei, also 100,2.
Die Zahl belohnt Scoring, und ein verlorenes Leg hebt sie oft sogar, weil der Spieler darin nur scort und keine Darts auf ein Double wirft. Wie weit Average und Ergebnis auseinandergehen können, zeigt ein Match aus der ersten Runde einer Players Championship 2024: Pascal Rupprecht schlug Martijn Dragt 6:5, mit 81,89 Average gegen 94,64. Dragt lag im Average fast 13 Punkte vorn und hatte am Ende ein Leg weniger.
Doubles und 180er
Im WM-Finale 2024/25 schlug Luke Littler Michael van Gerwen 7:3. Beim Average lagen beide nah beieinander, 102,73 zu 100,69, und bei den 180ern lag sogar van Gerwen mit 13 zu 12 vorn. Den Unterschied machten die Doubles: Littler verwandelte 25 von 45 Versuchen, also 55,6 Prozent, van Gerwen 14 von 38, also 36,8 Prozent. Gescort haben beide fast gleich gut, zugemacht hat vor allem einer.
Die PDC selbst sieht in 180ern ein Zeichen für gleichmäßig starkes Scoring, für sich genommen aber keinen guten Hinweis darauf, wer ein Match gewinnt. Wenn du zwei Spieler vor einer Siegwette vergleichst, schau deshalb neben dem Average darauf, wie sicher jeder von ihnen auf den Doubles ist.
Form Guide und Weltrangliste
Für die aktuelle Form führt die PDC den Form Guide, den Kempf erstellt. Er bewertet die besten Spieler nach ihren letzten 200 gespielten Legs. Die Weltrangliste misst etwas anderes: das Preisgeld, das ein Spieler in den vergangenen 104 Wochen gewonnen hat, also in zwei Jahren.
Wie weit beides auseinanderliegen kann, zeigt Henry Coates. Er gewann 2026 die Players Championship 25, ohne eine Tour Card zu besitzen, und stand deshalb gar nicht im Form Guide. Mit seinem Average hätte er dort Rang 15 belegt, in der Weltrangliste stand er auf Rang 95. Weil die Weltrangliste das Preisgeld aus zwei Jahren zählt, taucht ein Spieler, der gerade stark wirft, dort erst spät weit oben auf. Setzt du wegen der Form auf einen Außenseiter, sind seine letzten Legs die bessere Grundlage als sein Rang.
Was die Quote einer Siegwette verrät
Jede Dezimalquote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit zurückrechnen: 1 geteilt durch die Quote. Für Darts Wetten auf den Sieger ist das besonders übersichtlich, weil ein Match nur zwei Ausgänge hat und die beiden Quoten damit den ganzen Wettmarkt zeigen.
Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Quoten: Spieler A steht bei 1,40, Spieler B bei 2,90. 1 geteilt durch 1,40 ergibt 71,4 Prozent, 1 geteilt durch 2,90 ergibt 34,5 Prozent. Zusammen ergibt das 105,9 Prozent, und die 5,9 Prozentpunkte über 100 sind die Marge des Wettanbieters. Teilst du jeden Kehrwert durch diese Summe, bekommst du die Wahrscheinlichkeiten, mit denen der Wettanbieter rechnet: 67,4 Prozent für A und 32,6 Prozent für B.
Der Ökonom Karl Whelan benennt die Grenze dieser Rechnung. Genau stimmt sie nur, wenn auf beide Ausgänge dieselbe Marge gelegt ist, und das ist in Wettmärkten nach seiner Feststellung typischerweise nicht der Fall. Die bereinigten Werte bleiben dann ein brauchbarer Anhalt, können aber in die Irre führen, weil auf einer Seite mehr Marge stecken kann als auf der anderen.
Für deinen Tipp reicht meist schon der erste Schritt. Bei einer Quote von 1,40 muss dein Favorit in mehr als 71,4 Prozent solcher Matches gewinnen, damit sich der Tipp auf Dauer rechnet. Ob du ihm das im Best of 11 zutraust, ist die eigentliche Frage hinter jeder Siegwette auf einen Favoriten.
Wettarten bei Darts Wetten: die acht Kapitel
Neben der Siegwette gibt es bei Darts acht Wettarten, die jeweils ein eigenes Kapitel haben; dort stehen ihre Mechanik, ihre Quoten und ihre typischen Fälle. Was jede von ihnen zählt:
- Ergebniswetten: den genauen Endstand in Legs oder Sätzen.
- Handicap Wetten: Legs, Sätze oder 180er, nachdem eine Vorgabe verrechnet ist.
- Über/Unter Wetten: eine Gesamtzahl gegen eine festgelegte Grenze.
- 180er Wetten: wie viele 180er geworfen werden.
- Checkout Wetten: wie hoch ein Finish ausfällt.
- 9-Darter Wetten: ob ein perfektes Leg fällt, also ein Leg in neun Darts.
- Langzeitwetten: den Sieger eines ganzen Turniers oder eines Teils davon.
- Live-Wetten: eine dieser Wetten, abgegeben, während das Match läuft.