Gerwyn Price - Jonny Clayton Wett-Tipps und Prognose

Zwölf Tage nach ihrem Halbfinale in Amsterdam stehen sich Gerwyn Price und Jonny Clayton wieder gegenüber, diesmal im Viertelfinale des World Grand Prix in Leicester. Beide haben dieses Turnier schon gewonnen: Price 2020, Clayton ein Jahr später mit einem 5:1 im Finale gegen genau diesen Gegner. Price kam bisher ohne Satzverlust durch, Clayton warf beim 3:1 gegen Wessel Nijman acht 180er. Für Clayton geht es außerdem um den Platz als walisische Nummer eins, den er Price mit dem Turniersieg abnehmen würde. Im direkten Vergleich führt Price mit 28:14, in diesem Jahr steht es nur 5:4.
Double In über drei Gewinnsätze: der Spielmodus im Viertelfinale
Beim World Grand Prix beginnt jedes Leg mit einem Double. Bis ein Spieler das trifft, zählt keiner seiner Würfe, und beendet wird das Leg wie gewohnt auf einem Double oder dem Bull. Wer zu Beginn eines Legs zwei, drei Aufnahmen lang das Double verfehlt, gibt seinem Gegner einen Vorsprung von mehreren Aufnahmen. Deshalb liegen die Averages bei diesem Turnier deutlich unter denen, die dieselben Spieler sonst werfen.
Das Viertelfinale läuft wie die zweite Runde über Best of 5 Sets, jeder Satz geht über Best of 5 Legs. Drei Legs gewinnen einen Satz, drei Sätze die Partie. Ein 3:0 ist nach 9 bis 15 Legs vorbei, ein 3:1 dauert 12 bis 20 Legs, ein 3:2 mindestens 15. Der Sieger trifft am Samstag im Halbfinale, dann über Best of 9 Sets, auf Nathan Aspinall oder Ryan Joyce.
Am Feld gemessen haben beide bisher gut gespielt. Price warf in der ersten Runde mit 101,61 den höchsten Average aller 32 Spieler. In der zweiten Runde lag Clayton mit 93,08 am Mittwochabend hinter Aspinall auf dem zweiten Platz der acht Spieler, Price folgte mit 90,81 hinter Ross Smith an vierter Stelle.
Gerwyn Price mit einem souveränen Sieg
Price ist 41, wird „The Iceman" genannt und steht auf Platz 4 der Weltrangliste. Er war 2021 Weltmeister und gewann 2020 den World Grand Prix. Über zwölf Monate wirft er einen Average von 98,51, nur Luke Littler und Luke Humphries haben in diesem Zeitraum einen höheren Wert. Die ersten neun Darts eines Legs kommen bei ihm im Schnitt auf 107,29, und gegen den Anwurf seines Gegners holt er 44,47 Prozent der Legs. Am Double trifft er 42,68 Prozent.
Seit August hat er 15 von 20 Partien gewonnen, bei einem Average von 97,74. Bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam schlug er James Wade mit 103,86 und Clayton mit 104,07, im Finale verlor er dann 5:11 gegen Smith. Nur fünf seiner 19 Darts auf ein Double saßen in diesem Finale. Finals sind 2026 seine Schwäche: Er verlor fünf, darunter das World Matchplay mit 9:18 gegen Luke Littler. Gewonnen hat er in den letzten zwölf Monaten die Players Championship 6 und den European Darts Grand Prix.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average | Checkout-Quote |
|---|---|---|---|---|---|
30.09.2026 | World Grand Prix | 2. Runde | 3:0 Sätze gegen Ross Smith | 90,81 | 50,00 % |
28.09.2026 | World Grand Prix | 1. Runde | 2:0 Sätze gegen Sebastian Bialecki | 101,61 | 75,00 % |
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Finale | 5:11 gegen Ross Smith | 97,28 | 26,32 % |
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Halbfinale | 11:7 gegen Jonny Clayton | 104,07 | 47,83 % |
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Viertelfinale | 10:7 gegen James Wade | 103,86 | 34,48 % |
Für das Finale von Amsterdam hat sich Price am Mittwoch revanchiert. Er schlug Smith 3:0 und ließ ihm nur vier Legs. Sein Average von 90,81 lag knapp unter dem von Smith, dafür traf er neun von 18 Darts auf ein Double.
Beim World Grand Prix hat Price 25 seiner 34 Partien gewonnen. Neben dem Titel 2020 stand er 2021 und 2023 im Finale, im Viertelfinale gewann er vier von sechs Partien. Seine Schwachstelle in Leicester ist das Double. Bei diesem Turnier checkt er nur 38,71 Prozent seiner Darts aus, knapp vier Prozentpunkte weniger als über die letzten zwölf Monate.
Jonny Clayton: schwächere Zahlen, in Leicester sicherer am Double
Clayton ist 51, heißt „The Ferret" und steht auf Platz 5 der Weltrangliste. Sein großes Jahr war 2021, als er den World Grand Prix, die Premier League, das Masters und die World Series of Darts Finals gewann. Über zwölf Monate kommt er auf einen Average von 95,16 und damit gut drei Punkte unter Price. Bei den ersten neun Darts eines Legs liegt der Abstand mit 103,67 zu 107,29 ähnlich hoch. Gegen den Anwurf gewinnt er 42,62 Prozent der Legs.
Einen Ranglistentitel hat er 2026 noch nicht gewonnen, dafür drei Finals verloren. Seit August liegt sein Average bei 92,83, gewonnen hat er 14 von 18 Partien. Seinen einzigen Titel der letzten zwölf Monate holte er beim New Zealand Darts Masters im August, mit einem 8:4 im Finale gegen Price. Bei den World Series of Darts Finals schlug er Littler 10:4, bevor er im Halbfinale gegen Price mit 7:11 ausschied.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average | Checkout-Quote |
|---|---|---|---|---|---|
30.09.2026 | World Grand Prix | 2. Runde | 3:1 Sätze gegen Wessel Nijman | 93,08 | 55,00 % |
28.09.2026 | World Grand Prix | 1. Runde | 2:1 Sätze gegen Krzysztof Ratajski | 85,52 | 44,44 % |
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Halbfinale | 7:11 gegen Gerwyn Price | 95,62 | 36,84 % |
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Viertelfinale | 10:4 gegen Luke Littler | 96,13 | 43,48 % |
19.09.2026 | World Series of Darts Finals | Achtelfinale | 10:8 gegen Motomu Sakai | 90,82 | 32,26 % |
In Leicester trifft Clayton das Double besser als im Rest des Jahres. Bei diesem Turnier checkt er 46,34 Prozent seiner Darts aus, gut vier Prozentpunkte mehr als über die letzten zwölf Monate, und in der ersten Runde saßen 64 Prozent seiner Versuche auf ein Double zu Beginn eines Legs. Beim World Grand Prix hat er 14 seiner 21 Partien gewonnen, neben dem Titel 2021 stehen das Halbfinale 2025 und das Viertelfinale 2024.
Gegen Ratajski kam er in der ersten Runde mit 85,52 nur knapp weiter. Gegen Nijman sah das anders aus. Clayton gewann den ersten Satz 3:0, gab den zweiten mit 2:3 ab und holte die beiden folgenden jeweils mit 3:1. Er warf acht 180er, checkte viermal 100 oder mehr aus und traf 11 von 20 Darts auf ein Double.
Gerwyn Price vs. Jonny Clayton: der direkte Vergleich
Price und Clayton haben sich seit 2017 42-mal getroffen, Price gewann 28 dieser Partien. Ein großer Teil seines Vorsprungs stammt aus 2023, als er sieben von acht Duellen gewann, und aus 2025 mit vier Siegen in vier Partien. In diesem Jahr ist das Verhältnis fast ausgeglichen: neun Duelle, fünf Siege Price, vier Siege Clayton.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average Price | Average Clayton |
|---|---|---|---|---|---|
20.09.2026 | World Series of Darts Finals | Halbfinale | 11:7 Price | 104,07 | 95,62 |
15.08.2026 | New Zealand Darts Masters | Finale | 8:4 Clayton | 95,49 | 94,96 |
06.06.2026 | World Series of Darts | Viertelfinale | 6:3 Clayton | 96,46 | 91,61 |
07.05.2026 | Premier League | Viertelfinale | 6:2 Clayton | 97,34 | 98,53 |
08.03.2026 | UK Open | Viertelfinale | 10:8 Price | 98,26 | 96,62 |
Davor, im Januar und Februar, gewann Price drei von vier Duellen, beim Masters mit 4:3 und in der Premier League mit 6:5 jeweils knapp. Zwischen Mai und August holte Clayton drei Duelle in Folge. Über lange Distanz war Price zuletzt vorn, mit dem 10:8 bei der UK Open und dem 11:7 in Amsterdam. Beim World Grand Prix trafen die beiden nur einmal aufeinander, im Finale 2021. Clayton gewann 5:1 bei einem Average von 94,44, Price spielte 92,47.
Price vs. Clayton Tipps
Gerwyn Price – Johnny Clayton
- Über 7,5 180er
- Quote: 1,78
- Über 3,5 Sätze
- Quote: 1,34
Tipp 1: Über 7,5 180er in der Partie.
Clayton allein warf gegen Nijman schon acht 180er, die beide zusammen für diesen Tipp brauchen. Ein Ausreißer war das nicht: Bei diesem Turnier kommt er auf 1,86 180er je 100 Darts und liegt damit fast auf seinem Wert der letzten zwölf Monate von 1,93. Price steht in Leicester bisher bei 1,68.
Wie viel über die Distanz der zweiten Runde zusammenkommt, zeigen beide Partien vom Mittwoch. Clayton und Nijman warfen in 16 Legs zehn 180er, Price und Smith in 13 Legs sechs, zusammen sind das 0,55 je Leg. Mit diesem Schnitt reichen 15 Legs für acht 180er. So lange dauert jedes 3:2, ein 3:1 kann bis zu 20 Legs gehen.
Seit 2024 haben Price und Clayton beim World Grand Prix neun Partien über Best of 5 Sets gespielt, fünf davon brachten acht oder mehr 180er. Bei den Partien über mindestens vier Sätze waren es vier von fünf, darunter elf beim 2:3 von Price gegen Littler und zehn bei Claytons Sieg gegen Nijman.
In ihren Duellen bei anderen Turnieren, also ohne Double In, kommen die beiden regelmäßig auf viele 180er: 15 bei der UK Open, 16 beim Masters, 14 in den 18 Legs von Amsterdam. Im Finale des World Grand Prix 2021 waren es zwölf, acht davon von Price.
Über alle Jahre gerechnet werfen beide in Leicester deutlich seltener 180er als bei anderen Turnieren, und nur 7 ihrer 24 Partien über Best of 5 Sets kamen dort auf acht. Von den 15 Partien vor 2024 schafften das aber nur zwei, seitdem ist es die Mehrheit. Geht die Partie über vier Sätze, stehen die Chancen für die Über-Wette auf mehr als 7,5 180er sehr gut.
Tipp 2: Über 3,5 Sätze.
Schon ein 3:1, egal für wen, reicht hier, und genau so laufen Claytons Partien in Leicester meistens: Acht seiner neun Partien über Best of 5 Sets dauerten mindestens vier Sätze. Glatt endete nur sein 3:0 gegen Dirk van Duijvenbode im Viertelfinale 2025. Auch gegen Nijman gab er einen Satz ab und holte trotzdem die Partie.
Die beiden liegen außerdem eng beieinander. Price ist die Nummer vier der Welt, Clayton die Nummer fünf. Von ihren neun Duellen in diesem Jahr gewann Price fünf, und gleich mehrere davon waren bis zum Schluss offen: 11:7 in Amsterdam, 10:8 bei der UK Open, 4:3 beim Masters, 6:5 in der Premier League.
In Leicester bringt Clayton zudem die Stärke mit, die Price hier fehlt. Er checkt bei diesem Turnier 46,34 Prozent seiner Darts aus, Price nur 38,71. Gerade über Sätze, in denen jedes Leg mit einem Double beginnt und mit einem Double endet, kostet eine schwache Phase am Double schnell einen ganzen Satz. Price hat einen höheren Average, Clayton das sicherere Double. Dass einer der beiden drei Sätze in Folge holt, ohne dass der andere einen gewinnt, ist bei dieser Verteilung eher unwahrscheinlich.
Price hat in diesem Turnier noch keinen Satz abgegeben, neun seiner 15 Partien über Best of 5 Sets beim World Grand Prix endeten nach drei Sätzen. Seine beiden glatten Siege in diesem Jahr kamen aber gegen Sebastian Bialecki, der zum ersten Mal beim World Grand Prix spielte, und gegen Smith, der hier vorher noch nie eine zweite Runde gewonnen hatte. Mit Clayton wartet ein Gegner, der das Turnier selbst gewonnen hat, und zwar im Finale gegen Price.
Am Mittwoch spielte Clayton einen höheren Average als Price, und in Leicester hat er das bessere Double. Gegen diesen Gegner wird Price kaum ohne Satzverlust bleiben, und schon ein abgegebener Satz reicht für den Tipp.
Spielprognose und Fazit
Price geht als leichter Favorit in diese Partie. Er liegt über zwölf Monate beim Average gut drei Punkte vor Clayton, startet besser in die Legs und gewann zuletzt in Amsterdam das Duell über lange Distanz. Im direkten Vergleich führt er klar, auch wenn 2026 fast alles ausgeglichen ist.
Ein glatter Sieg ist trotzdem nicht zu erwarten. Clayton kommt mit seinem besten Spiel dieses Turniers in das Viertelfinale, trifft in Leicester das Double sicherer als Price, und seine Partien über drei Gewinnsätze gehen hier fast immer über vier oder fünf Sätze. Wir erwarten eine enge Partie über vier oder fünf Sätze, in der Price am Ende knapp vorn liegt. Über diese Distanz kommen auch die acht 180er zusammen, zumal Clayton sein Scoring aus der zweiten Runde mitbringt.