Humphries - Wattimena: Tipps zum World Grand Prix 2026

Luke Humphries - Jermaine Wattimena - Tipp

Luke Humphries stand in den letzten drei Jahren jedes Mal im Finale des World Grand Prix, gewonnen hat er es 2023. Seit Luke Littler und Michael van Gerwen in der ersten Runde ausgeschieden sind, gilt er als Favorit auf den Titel. Sein Auftakt gegen Dave Chisnall passte dazu allerdings nicht: ein Average von 80,41, sein niedrigster Wert bei diesem Turnier seit 2022. Am Donnerstagabend trifft er in Leicester auf Jermaine Wattimena, den er erst vor zwei Wochen in Amsterdam mit 6:4 geschlagen hat. Diesmal geht es über drei Gewinnsätze, und jedes Leg beginnt mit einem Double.

Luke Humphries: der Favorit auf den Titel

Humphries ist 31 Jahre alt, wird „Cool Hand“ genannt und ging als Nummer zwei der Weltrangliste in das Turnier. Nach der ersten Runde ist Gian van Veen in der Live-Rangliste an ihm vorbeigezogen. Er war Weltmeister 2024 und hat außerdem das World Matchplay, den Grand Slam, die Premier League, das Masters und zweimal die Players Championship Finals gewonnen. In den letzten zwölf Monaten kommt nur Littler auf einen höheren Average: Humphries spielt 99,66, die ersten neun Darts eines Legs wirft er im Schnitt mit 109,18, und 57,34 Prozent seiner Legs gewinnt er. Auffällig ist auch seine Konstanz: Von 145 Partien in diesem Zeitraum beendete er nur fünf mit einem Average unter 90.

Seine Schwäche liegt am Double. Die Checkout-Quote von 40,83 Prozent passt nicht ganz zu seinem Scoring, und in zwei seiner letzten drei Partien traf er nur rund ein Viertel seiner Darts zum Checkout. Seit seinem Sieg in der Premier League im Mai 2025 hat er fünf Finals bei Majors und in der Premier League verloren, vier davon gegen Littler, darunter das Finale beim World Grand Prix 2025 mit 1:6. In den Finals von Masters und Premier League 2026 spielte er dabei jeweils einen Average über 105. Bei den World Series of Darts Finals schied er am 19. September im Achtelfinale mit 9:10 gegen Dirk van Duijvenbode aus, obwohl er 99,10 spielte. Die Players Championships in Den Bosch ließ er danach aus.

Datum

Turnier

Gegner

Ergebnis

Average

Checkout-Quote

29.09.2026

World Grand Prix, 1. Runde

Dave Chisnall

2:0 Sätze

80,41

26,09 %

19.09.2026

World Series of Darts Finals, Achtelfinale

Dirk van Duijvenbode

9:10

99,10

47,37 %

17.09.2026

World Series of Darts Finals, 1. Runde

Jermaine Wattimena

6:4

98,43

25,00 %

06.09.2026

Czech Darts Open, Finale

Luke Littler

6:8

94,81

40,00 %

06.09.2026

Czech Darts Open, Halbfinale

Gerwyn Price

7:4

97,41

41,18 %

Gegen Chisnall gewann Humphries mit 6:2 Legs, spielte aber weit unter seinem Niveau. Er traf 6 von 23 Darts zum Checkout, vergab im ersten Satz einen Dart auf Double 18 zum Satzgewinn und profitierte im zweiten davon, dass Chisnall ein Checkout auf 10 ausließ. Humphries selbst nannte die Partie gegenüber Sky Sports eine seiner schlechtesten beim World Grand Prix: Die Doubles seien anfangs nicht gefallen, das Scoring sei schlecht gewesen, und mit so einer Leistung werde er kaum ins Viertel- oder Halbfinale kommen. Gegen Wattimena will er das nicht wiederholen.

Beim World Grand Prix hat Humphries 15 seiner 19 Partien gewonnen. Über Best of 5 Sets, also in der zweiten Runde und im Viertelfinale, spielte er bisher siebenmal. Sechs dieser Partien gewann er, fünf davon mit 3:0 oder 3:1. Seit 2024 endeten alle vier mit 3:1 für ihn, gegen Ricardo Pietreczko, Jonny Clayton, Krzysztof Ratajski und Cameron Menzies. Knapp wurde es nur 2023 im Viertelfinale gegen Peter Wright, das er mit 3:2 gewann, verloren hat er eine einzige, 2021 mit 1:3 gegen Ryan Searle.

Jermaine Wattimena: gute Form auf der Pro Tour

Wattimena ist 38 Jahre alt, kommt aus den Niederlanden und wird „The Machine Gun“ genannt. Er hat sich über die Rangliste der Pro Tour qualifiziert und ist in Leicester nicht gesetzt, in der Live-Rangliste steht er auf Platz 16. Seine größten Erfolge sind das Finale der European Championship 2024 und das Halbfinale der Players Championship Finals 2025. In den letzten zwölf Monaten gewann er zwei Players Championships und 125 von 184 Partien. Sein Average liegt in diesem Zeitraum bei 94,20 und mit 103,58 in den ersten neun Darts bleibt er deutlich hinter Humphries. Die Checkout-Quote von 39,36 Prozent ist etwas niedriger als die seines Gegners. In einem Wert liegt Wattimena knapp vorn: Wirft der Gegner an, holt er 43,34 Prozent der Legs, Humphries 42,87 Prozent.

Das Problem ist die Schwankung. In 47 seiner 184 Partien blieb Wattimena unter einem Average von 90, bei Humphries waren es 5 von 145. Wenn es gut läuft, spielt er wie zuletzt in Den Bosch: Dort gewann er am 22. und 23. September neun von elf Partien, kam in zwei Players Championships bis ins Viertel- und Halbfinale und spielte Averages bis 106,74. Seit Anfang September liegt sein Schnitt bei 96,48.

Datum

Turnier

Gegner

Ergebnis

Average

Checkout-Quote

29.09.2026

World Grand Prix, 1. Runde

Chris Dobey

2:0 Sätze

86,55

40,00 %

23.09.2026

Players Championship 30, Halbfinale

Scott Williams

4:7

90,25

25,00 %

23.09.2026

Players Championship 30, Viertelfinale

Steve Lennon

6:5

96,06

60,00 %

23.09.2026

Players Championship 30, Achtelfinale

Martin Schindler

6:5

96,63

46,15 %

23.09.2026

Players Championship 30, Runde der letzten 32

Adam Gawlas

6:2

101,92

40,00 %

Bei den großen Turnieren der PDC, die im Fernsehen laufen, sieht seine Bilanz anders aus. 2026 hat er dort eine von fünf Partien gewonnen: Beim Masters verlor er gegen Dobey, bei den UK Open gegen Mensur Suljović, beim World Matchplay gegen James Wade und bei den World Series of Darts Finals gegen Humphries. Der einzige Sieg ist das 2:0 gegen Dobey am Dienstag. Dort spielte er ordentlich, mit einem Average von 86,55, 95,70 in den ersten neun Darts und 6 von 15 Checkouts. Dobey vergab früh Darts zum Break und hatte im zweiten Satz die Chance zum Ausgleich, bevor Wattimena die Partie auf Double 20 beendete. Es war sein erster Sieg beim World Grand Prix seit 2019.

Das Turnier liegt Wattimena bisher nicht besonders. Von acht Partien beim World Grand Prix gewann er vier, seine Averages lagen dabei zwischen 77,67 und 88,85. Über Best of 5 Sets spielte er dreimal: 2018 verlor er 0:3 gegen Wright, 2019 schlug er Wright mit 3:1 und verlor im Viertelfinale 2:3 gegen Glen Durrant.

Humphries gegen Wattimena: die direkten Duelle

In 14 Duellen steht es 9:5 für Humphries. Die letzten drei gewann er alle mit mindestens zwei Legs Vorsprung und jedes Mal mit dem höheren Average: im März bei der European Tour mit 6:1, im Mai im Finale der Players Championship 17 mit 8:4 und am 17. September in Amsterdam mit 6:4. Dort trafen beide schwach auf die Doubles, Humphries 25,00 und Wattimena 22,22 Prozent. Humphries gewann über sein Scoring, mit 98,43 zu 92,61.

Datum

Turnier

Sieger

Ergebnis

17.09.2026

World Series of Darts Finals, 1. Runde

Humphries

6:4

18.05.2026

Players Championship 17, Finale

Humphries

8:4

22.03.2026

European Tour, Achtelfinale

Humphries

6:1

24.01.2025

Dutch Darts Masters, Achtelfinale

Wattimena

6:3

27.10.2024

European Championship, Viertelfinale

Wattimena

10:4

Wattimena kann Humphries schlagen, seine beiden jüngsten Siege holte er aber mit Averages um 100: bei der European Championship 2024 mit 100,40, bei den Dutch Darts Masters 2025 mit 98,86. Beim World Grand Prix haben sich die beiden noch nie getroffen. Ihr einziges Duell über Sätze gab es bei der WM 2019, Humphries gewann es mit 3:2.

Luke Humphries vs. Jermaine Wattimena Tipps

Luke Humphries – Jermaine Wattimena

World Grand PrixLeicester
Sieg Luke Humphries -1,5
Quote: 1,72
FestivalplayWerbung · 18+ · Quoten können sich ändern

Unser Tipp für diese Begegnung beim World Grand Prix ist eine Handicap-Wette auf einen Sieg von Luke Humphries mit -1,5 Sätze. Er braucht also ein 3:0 oder 3:1, und genau mit diesen Ergebnissen kam er in den letzten Jahren durch diese Runde: Von seinen sieben Partien über Best of 5 Sets beim World Grand Prix endeten fünf mit 3:0 oder 3:1, seit 2024 alle vier mit 3:1. Dafür reichten ihm Averages zwischen 84,85 und 95,58, weil das Double In die Werte in Leicester für das ganze Feld drückt. Auch über alle Paarungen der Jahre 2021 bis 2025 endeten 65 Prozent dieser Partien mit zwei Sätzen Vorsprung.

Für das Handicap spricht außerdem die Konstanz. Humphries spielt über zwölf Monate gut fünf Punkte mehr als Wattimena und fällt fast nie unter einen Average von 90, Wattimena in rund jeder vierten Partie. Über 12 bis 20 Legs, die ein 3:1 dauert, hat der konstantere Spieler mehr Gelegenheit, einen schwachen Satz des Gegners zu nutzen.

Die jüngeren Duelle passen dazu. Die letzten drei gewann Humphries klar, zuletzt vor zwei Wochen, obwohl er nur ein Viertel seiner Darts zum Checkout traf. Wattimena hat 2026 bei den großen Turnieren im Fernsehen nur eine von fünf Partien gewonnen.

Gegen den Tipp spricht der Auftakt. Mit 80,41 und einer Checkout-Quote von 26,09 Prozent spielte Humphries gegen Chisnall schwächer als Wattimena, der gegen Dobey auf 86,55 und 40 Prozent kam. Bleibt Humphries am Double so unsicher, könnte die Partie enger werden: Rund jede dritte Partie über Best of 5 Sets ging beim World Grand Prix zuletzt über fünf Sätze. Humphries hat jedoch schon mehrfach gezeigt, dass er sein Niveau nach schwächeren Leistungen wieder steigern kann. Die Wahrscheinlichkeit ist daher hoch, dass er das auch diesmal tun wird.

Der Tipp hat deshalb gute Chancen: Humphries muss in Leicester nicht glänzen, um deutlich zu gewinnen, Wattimena dagegen braucht für zwei Satzgewinne mehr als eine gute Phase, und über Best of 5 Sets hat er beim World Grand Prix erst eine Partie gewonnen.

Unser Fazit

Humphries geht als klarer Favorit in die Partie, und seine Bilanz beim World Grand Prix wiegt schwerer als die schwache erste Runde. Drei Finals in Folge, 15 Siege aus 19 Partien und sechs Siege aus sieben Partien über Best of 5 Sets zeigen, dass er mit dem Double In zurechtkommt, auch wenn der Modus seinen Average hier wie bei allen im Feld drückt.

Wattimena hat in den letzten Wochen gut gespielt, auf der Pro Tour mit Averages über 100 und in der ersten Runde solide gegen Dobey. Um Humphries in Leicester zu schlagen oder ihm zwei Sätze abzunehmen, müsste er über mehrere Sätze schneller ins Leg kommen und sicherer am Double treffen als Humphries, und über Best of 5 Sets ist ihm beim World Grand Prix bisher erst ein Sieg gelungen. Entscheidend wird, ob Humphries die Legs konstanter zumachen kann, ohne zu viele Doubles auszulassen. Gelingt ihm das, spricht vieles für einen Sieg mit 3:1 oder 3:0 und damit für den Tipp.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

Alle Beiträge