Aspinall - Joyce Tipps und Prognose am 02.10.2026

Nathan Aspinall - Ryan Joyce - Tipps

Nathan Aspinall und Ryan Joyce spielen am Freitagabend in Leicester um den Einzug ins Halbfinale des World Grand Prix. Aspinall hat Luke Woodhouse, der zum Auftakt Titelverteidiger Luke Littler rausgeworfen hatte, mit 3:0 ausgeschaltet und dabei den höchsten Average des Mittwochabends gespielt. Joyce hat mit Michael van Gerwen und Danny Noppert zwei gesetzte Spieler aus dem Turnier genommen, beide Male mit sehr sicheren Würfen auf das Double. Beim World Grand Prix trafen sich die beiden bisher einmal: 2024 gewann Joyce mit 3:2 in Sätzen und kam danach bis ins Halbfinale.

Double In über drei Gewinnsätze: der Spielmodus im Viertelfinale

Beim World Grand Prix beginnt jedes Leg mit einem Treffer auf ein Double oder das Bull. Erst danach zählen die Punkte, und beendet wird das Leg wie üblich auf einem Double oder dem Bull. Wer zu Beginn zwei oder drei Aufnahmen lang das Double verfehlt, schenkt dem Gegner einen großen Vorsprung. Deshalb liegen die Averages bei diesem Turnier klar unter dem, was dieselben Spieler sonst werfen, und ein sicherer Spieler am Double hat hier doppelt so viele Gelegenheiten, das auszuspielen.

Das Viertelfinale läuft über Best of 5 Sets, jeder Satz über Best of 5 Legs. Drei Legs gewinnen einen Satz, drei Sätze die Partie. Ein 3:0 ist nach 9 bis 15 Legs vorbei, ein 3:1 dauert 12 bis 20 Legs, ein 3:2 mindestens 15. Der Sieger trifft am Samstag im Halbfinale, dann über Best of 9 Sets, auf Gerwyn Price oder Jonny Clayton.

Am Feld gemessen trennt die beiden beim Scoring einiges. In der zweiten Runde spielte Aspinall mit 96,27 den besten Average der acht Spieler vom Mittwoch, Joyce lag mit 86,04 auf dem siebten Platz, knapp vor seinem Gegner Noppert. In der ersten Runde stand Aspinall mit 89,20 auf Platz 9 der 32 Spieler, Joyce mit 85,21 auf Platz 18. Beide stehen zum zweiten Mal im Viertelfinale dieses Turniers, Aspinall nach 2022, Joyce nach 2024.

Nathan Aspinall: starkes Scoring, Schwächen beim Auschecken

Aspinall ist 35, kommt aus Stockport und wird „The Asp" genannt. Er gewann die UK Open 2019 und das World Matchplay 2023, in diesem Jahr holte er den German Darts Grand Prix auf der European Tour. In der Weltrangliste, die während des Turniers laufend aktualisiert wird, steht er auf Platz 14. Beim World Grand Prix stand er 2022 im Finale, das er mit 3:5 gegen Michael van Gerwen verlor.

Über die letzten zwölf Monate wirft Aspinall einen starken Average von 95,84. Die ersten neun Darts eines Legs kommen bei ihm im Schnitt auf 105,61, auf 100 Darts wirft er 2,47 180er. Gegen den Anwurf seines Gegners gewinnt er 45,25 Prozent der Legs. Seine Schwachstelle ist das Auschecken: Nur 38,01 Prozent seiner Darts auf ein Double sitzen.

Seit August hat er 17 von 25 Partien gewonnen, bei einem Average von 95,92. Gegen die Spitze verlor er im September mehrmals knapp, mit 5:6 gegen Gian van Veen trotz 104,18, mit 9:10 gegen Luke Littler bei den World Series of Darts Finals und mit 5:6 gegen Damon Heta. In Den Bosch schied er wenige Tage vor dem World Grand Prix mit 82,13 gegen Karel Sedláček aus.

Datum

Turnier

Runde

Ergebnis

Average

180er

30.09.2026

World Grand Prix

2. Runde

3:0 Sätze gegen Luke Woodhouse

96,27

8

28.09.2026

World Grand Prix

1. Runde

2:1 Sätze gegen Kevin Doets

89,20

3

23.09.2026

Players Championship 30

Achtelfinale

3:6 gegen Karel Sedláček

82,13

1

23.09.2026

Players Championship 30

Letzte 32

6:3 gegen Adam Paxton

90,59

3

23.09.2026

Players Championship 30

Letzte 64

6:3 gegen Archie Self

96,80

3

In Leicester ging es für Aspinall knapp los. Kevin Doets vergab in der ersten Runde Matchdarts, Aspinall rettete sich im vorletzten Leg mit einem 115er-Finish und gewann 2:1. Gegen Woodhouse sah es ganz anders aus. Er gewann neun von zwölf Legs, warf acht 180er und checkte 104 und 106 aus. Selbst als Woodhouse im dritten Satz 2:0 in Legs führte, holte Aspinall die nächsten drei Legs mit Finishes von 74, 58 und 106.

Am Double bleibt er auch in diesem Turnier unsicher. Neun von 23 Darts saßen gegen Woodhouse, sieben von 21 gegen Doets, zusammen 36,36 Prozent. Beim World Grand Prix insgesamt kommt er auf 37,78 Prozent und hat 9 seiner 15 Partien gewonnen.

Ryan Joyce: wenig Scoring, viel Sicherheit am Double

Joyce ist 41, heißt „Relentless" und steht in der laufend aktualisierten Weltrangliste auf Platz 24. Er hat zwei Players Championships gewonnen, 2020 und 2023, einen Major-Titel hat er nicht. Seine besten Ergebnisse bei großen Turnieren sind das Halbfinale beim World Grand Prix 2024 und bei den Players Championship Finals 2023.

Beim Scoring liegt er klar hinter Aspinall. Sein Average über zwölf Monate beträgt nur 91,36. Bei den ersten neun Darts eines Legs sind es 97,56, also 8,05 Punkte weniger. Auf 100 Darts wirft er nur 1,09 180er. Sein Spiel lebt vom Double: Er checkt 43,47 Prozent seiner Darts aus, gut fünf Prozentpunkte mehr als Aspinall. Seit August sind es sogar 50,63 Prozent, gewonnen hat er in dieser Zeit 10 von 15 Partien. Das kommt ihm in einem Format, das mit einem Double beginnt, sehr zugute.

Datum

Turnier

Runde

Ergebnis

Average

Höchstes Checkout

30.09.2026

World Grand Prix

2. Runde

3:0 Sätze gegen Danny Noppert

86,04

100

28.09.2026

World Grand Prix

1. Runde

2:1 Sätze gegen Michael van Gerwen

85,21

118

13.09.2026

Flanders Darts Trophy

Viertelfinale

5:6 gegen Ross Smith

86,26

120

13.09.2026

Flanders Darts Trophy

Achtelfinale

6:5 gegen Jermaine Wattimena

99,39

128

12.09.2026

Flanders Darts Trophy

Letzte 32

6:3 gegen Josh Rock

93,09

80

Gegen van Gerwen verlor Joyce den ersten Satz und drehte die Partie dann mit Finishes von 92, 110 und 118. Acht seiner zwölf Darts auf ein Double saßen, van Gerwen kam auf lediglich 19 Prozent.

Gegen Noppert gewann er alle drei Sätze mit 3:1. Die Averages lagen mit 86,04 zu 85,99 fast gleichauf, den Unterschied machten Joyce' Finishes: 96 zum ersten Break, im dritten Satz ein 100er-Finish mit zwei Darts und zum Schluss 96 auf Double 8. Neun von 13 Darts auf ein Double fanden ihr Ziel. In diesem Turnier checkt er damit 68,00 Prozent aus.

Diese Sicherheit am Double zeigt er in Leicester nicht zum ersten Mal. Bei seinen neun Partien beim World Grand Prix liegt seine Checkout-Quote bei 49,32 Prozent, gewonnen hat er sechs davon. Über Best of 5 Sets hat er drei von vier Partien gewonnen, darunter das Viertelfinale 2024 gegen Rob Cross, das er mit 3:2 gewann. Sein höchstes Finish in dieser Partie war eine 135.

Die direkten Duelle: Aspinall führt 7:4

Aspinall und Joyce haben sich elfmal getroffen, Aspinall gewann sieben dieser Partien. Viel Gewicht hat diese Bilanz nicht, denn sieben der elf Duelle liegen vor 2025. Seit Oktober 2024 gab es fünf Duelle, drei gingen an Aspinall, zwei an Joyce.

Datum

Turnier

Runde

Ergebnis

Average Aspinall

Average Joyce

29.08.2026

Hungarian Darts Trophy

Letzte 32

6:4 Aspinall

94,63

95,28

21.03.2026

Belgian Darts Open

Letzte 32

6:3 Joyce

89,43

93,24

14.10.2025

Players Championship 31

Letzte 32

6:2 Aspinall

97,10

95,07

23.03.2025

European Tour

Finale

8:4 Aspinall

98,19

93,71

09.10.2024

World Grand Prix

2. Runde

3:2 Sätze Joyce

91,16

87,20

Das einzige Duell über Sätze und mit Double In ist das von 2024. Aspinall spielte damals den höheren Average, 91,16 zu 87,20, und warf sieben 180er. Joyce gewann trotzdem, weil er 13 von 28 Darts auf ein Double traf, Aspinall nur 11 von 30, und weil er ein 110er-Finish setzte.

Das jüngste Duell im August gewann Aspinall mit 6:4, obwohl Joyce den höheren Average hatte und vier von sechs Darts auf ein Double traf. Aspinall warf fünf 180er, Joyce keinen. Im März setzte sich dagegen Joyce bei der Belgian Darts Open mit 6:3 durch, weil Aspinall nur 3 von 23 Darts auf ein Double unterbrachte. Beide Muster passen zu dem, was die Zahlen über zwölf Monate zeigen: Aspinall punktet höher, Joyce trifft das Double sicherer.

Die Wett-Tipps zu Aspinall gegen Joyce

Nathan Aspinall – Ryan Joyce

Darts World Grand PrixLeicester
Höchstes Checkout von Ryan Joyce über 99,5 Punkte.
Quote: 1,68
Nathan Aspinall über 4,5 180er
Quote: 2,11
FestivalplayWerbung · 18+ · Quoten können sich ändern

Tipp 1: Höchstes Checkout von Ryan Joyce über 99,5 Punkte.

Joyce braucht für diesen Tipp ein einziges Leg, das er mit 100 oder mehr Punkten zumacht, und das ist ihm in Leicester in beiden Partien gelungen: 110 und 118 gegen van Gerwen, 100 gegen Noppert. Drei Finishes über 100 in zwei Partien sind kein Zufall bei einem Spieler, der in diesem Turnier 68 Prozent seiner Darts auf ein Double unterbringt.

Auch vor dem World Grand Prix lief es so. Vier seiner letzten fünf Partien enthielten ein Finish von mindestens 100, von den letzten zehn waren es sieben und seit August zehn von 15. Dazu gehören 120 gegen Ross Smith, 128 gegen Jermaine Wattimena, 130 gegen Stephen Burton und 167 gegen Cristo Reyes.

Je länger Joyce am Board steht, desto sicherer kommt das hohe Finish. In den zwölf Monaten gab es zehn Partien, in denen er mindestens 180 Darts warf, acht davon brachten ein Finish über 100. Bei den großen Turnieren im Fernsehen gelang es ihm in 9 von 12 Partien, beim World Grand Prix über Best of 5 Sets in drei von vier, darunter die 110 gegen Aspinall 2024 und die 135 gegen Cross im Viertelfinale desselben Jahres. Ein Viertelfinale dauert mindestens neun Legs, und schon das glatte 3:0 gegen Noppert brachte Joyce auf 193 Darts.

Über die ganzen zwölf Monate gelang ihm ein Finish über 100 allerdings nur in 55 von 119 Partien, und in den Duellen mit Aspinall in 4 von 11. Diese Zahlen stammen zum größten Teil aus kurzen Partien über Best of 11 Legs, in denen er oft weniger als 150 Darts wirft. Gegen Aspinall kam das hohe Finish zuletzt regelmäßig: 127 im März und 120 im August, dazu die 110 beim einzigen Duell in Leicester.

Joyce kommt im Viertelfinale also genau in die Lage, in der er dieses Finish in der Regel findet: lange Partie, viele Legs, sichere Hand am Double. Deswegen ist der erste Tipp eine Checkout-Wette auf ein Finish über 99,5 Punkte von Ryan Joyce.

Tipp 2: Nathan Aspinall über 4,5 180er.

Fünf 180er von Aspinall braucht dieser Tipp, und sobald der World Grand Prix für ihn über drei Gewinnsätze geht, hat er diese Zahl bisher jedes Mal erreicht. Fünf Partien über Best of 5 Sets hat er hier gespielt, mit 5, 5, 5, 7 und 8 180ern. Rechnet man das Halbfinale und das Finale 2022 dazu, sind es sieben von sieben Partien ab der zweiten Runde. In der ersten Runde, über Best of 3 Sets, kam er dagegen nie über vier. Es ist die Länge der Partie, die ihm die 180er bringt.

In diesem Jahr wirft er sie in Leicester deutlich häufiger als sonst bei diesem Turnier. Elf 180er in zwei Partien bedeuten 2,81 auf 100 Darts, über alle Jahre beim World Grand Prix sind es 1,64, seit 2024 2,17. Gegen Woodhouse kamen acht in nur zwölf Legs zusammen, also in einem glatten 3:0.

Bei anderen Turnieren sieht es ähnlich aus, sobald die Partie lang wird. In den neun Partien der vergangenen zwölf Monate, in denen er 230 oder mehr Darts warf, kam er jedes Mal auf mindestens fünf 180er. Auch die langen Formate der großen Turniere liegen ihm: Beim World Matchplay warf er 9 gegen Joe Cullen und 8 gegen Littler, beim Masters 9 gegen van Veen, bei der WM 12 gegen Doets.

Die Partie gegen Joyce dürfte ihm dafür genug Aufnahmen geben. Drei der vier Partien, die Joyce beim World Grand Prix über Best of 5 Sets gespielt hat, gingen über fünf Sätze, und im Duell 2024 warf Aspinall sieben 180er. Joyce selbst punktet niedrig, mit einem Average von 86,04 zuletzt, und gewinnt seine Legs eher über das Double als über hohe Aufnahmen. Das verlängert die Legs, und jedes längere Leg ist für Aspinall eine weitere Chance für eine 180.

Unser Fazit

Aspinall geht als Favorit in dieses Viertelfinale. Er punktet über zwölf Monate deutlich höher, gewann sieben der elf Duelle und spielte am Mittwoch den besten Average der zweiten Runde. Gegen Woodhouse zeigte er, dass er auch in engen Legs ruhig bleibt.

Leicht macht es ihm Joyce trotzdem nicht. Er bringt in diesem Turnier mehr als zwei Drittel seiner Darts auf ein Double unter, hat zwei gesetzte Gegner geschlagen und gewann das einzige Duell beim World Grand Prix. Über drei Gewinnsätze mit Double In gleicht diese Stärke einen Teil von Aspinalls Vorsprung beim Scoring aus.

Wir erwarten eine Partie über vier oder fünf Sätze, die Aspinall am Ende knapp gewinnt. Über diese Distanz kommt er auf seine fünf 180er, und Joyce findet in den Legs, die er sich holt, das Finish über 100, das ihm in diesem Turnier in jeder Partie gelungen ist.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

Alle Beiträge