Gian van Veen - Niko Springer Tipp und Prognose

Gian van Veen greift am Samstagabend in Basel ins Turnier ein, und sein erster Gegner ist kein Unbekannter. Niko Springer hat ihn im Sommer schon einmal gefordert, kommt nun aber mit einem holprigen Auftaktsieg in die zweite Runde. Für eine Wette auf dieses Spiel ist deshalb nicht nur interessant, wer weiterkommt. Mindestens genauso wichtig ist, wie lange der Deutsche mithalten kann. Die Ergebnisse beider Spieler seit dem Sommer geben darauf eine ziemlich klare Antwort.
Swiss Darts Trophy 2026: Spielmodus und Ausgangslage
Die Swiss Darts Trophy in der St. Jakobshalle ist das 14. von 15 Turnieren der European Tour in diesem Jahr. Die 16 besten Spieler der PDC Order of Merit sind gesetzt und steigen erst in der zweiten Runde ein. Van Veen ist in Basel an Position zwei gesetzt und spielt hier seine erste Partie. Springer hat sich über die Rangliste der Pro Tour qualifiziert und am Freitag den Schweizer Debütanten Roman Wellinger mit 6:1 geschlagen.
Gespielt wird Best of 11 Legs, wer zuerst sechs Legs gewinnt, ist weiter. Ein klarer Sieg ist damit nach sechs oder sieben Legs vorbei, eine enge Partie dauert bis zu elf. Für Wetten auf hohe Checkouts zählt diese Spanne, denn jedes weitere Leg bringt eine weitere Gelegenheit. Angesetzt ist das Spiel als vorletzte Partie des Abendprogramms, das um 19 Uhr beginnt. Der Sieger trifft am Sonntag auf Martin Schindler oder Tom Bissell, für Springer wäre also ein deutsches Duell möglich.
Gian van Veen: gute Form, aber 2026 noch ohne Titel
Van Veen ist 24, wird „The Giant“ genannt und steht auf Platz drei der Weltrangliste. Im Oktober 2025 gewann er die European Championship mit einem 11:10 im Finale gegen Luke Humphries, im Januar stand er im WM-Finale und verlor es 1:7 gegen Luke Littler.
Seine Stärke ist zurzeit das Double. Seit August hat er 46,31 Prozent seiner Darts auf ein Double getroffen und 19 seiner 27 Partien gewonnen, bei einem Average von 94,18. Damit kam er fast überall weit: ins Viertelfinale der Hungarian Darts Trophy, ins Halbfinale der Flanders Darts Trophy und der World Series of Darts Finals und ins Finale von Players Championship 29. Auf der European Tour hat er seit Juli auch alle vier Auftaktspiele gewonnen, darunter das gegen Springer.
Ein Turnier der PDC hat er in diesem Jahr allerdings noch nicht gewonnen. Das WM-Finale, das Finale der Poland Darts Open und das Endspiel von Players Championship 29 gingen verloren, im September schied er auf der European Tour zweimal gegen Ross Smith aus. Seine letzte Partie war ein 0:3 nach Sätzen gegen James Wade im Viertelfinale des World Grand Prix, bei dem er einen Average von 81,56 spielte, Wade einen von 96,71. Dort beginnt jedes Leg mit Double In, was die Averages des ganzen Feldes drückt. Wade kam mit dem Modus an diesem Abend aber klar besser zurecht.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average |
|---|---|---|---|---|
02.10.2026 | World Grand Prix | Viertelfinale | 0:3 Sätze gegen James Wade | 81,56 |
01.10.2026 | World Grand Prix | Achtelfinale | 3:2 Sätze gegen Ryan Searle | 85,89 |
29.09.2026 | World Grand Prix | 1. Runde | 2:0 Sätze gegen Dirk van Duijvenbode | 85,79 |
22.09.2026 | Players Championship 29 | Finale | 4:8 gegen Cameron Menzies | 89,16 |
22.09.2026 | Players Championship 29 | Halbfinale | 7:5 gegen William O'Connor | 95,32 |
Auf dem Weg ins Finale von Players Championship 29 spielte van Veen gegen Darius Labanauskas 104,78 und gegen Nathan Aspinall 100,79. Bei den World Series of Darts Finals checkte er gegen Karel Sedláček 160 aus.
Niko Springer: starkes Scoring an guten Tagen, Probleme am Double
Springer ist 26, kommt aus Mainz und wird „Meenzer Bub“ genannt. In der Weltrangliste steht er auf Platz 37. Seinen ersten Titel auf der Pro Tour holte er 2025 bei der Hungarian Darts Trophy, einem Turnier der European Tour. In diesem Jahr hat er dort 16 von 29 Partien gewonnen, unter anderem 6:1 gegen Michael van Gerwen, 6:0 gegen Wessel Nijman und 6:5 gegen Stephen Bunting.
Wenn sein Scoring läuft, kann er mit der Spitze mithalten. Im Juli spielte er auf der European Tour gegen Labanauskas einen Average von 105,21 und am Tag darauf gegen van Veen 102,84. Gegen Littler verlor er im September mit 4:6 bei 98,56.
Seit August hakt es aber am Double. Nur 32 Prozent seiner Darts auf ein Double fanden ihr Ziel, und von seinen 13 Partien gewann er 6. Gegen Jaimy Jacobs brauchte er für sechs Legs 35 Darts auf ein Double, gegen Wellinger am Freitag 22, die 2:1-Führung holte er erst auf Doppel-1. Mit einem Average von 76,92 gewann er trotzdem deutlich, weil Wellinger noch weniger traf. Auf der European Tour zieht sich seit Juli ein klares Muster durch: Alle fünf Spiele der ersten Runde hat Springer gewonnen, alle vier der zweiten Runde verloren, gegen van Veen, Ryan Searle, Littler und Aspinall.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average |
|---|---|---|---|---|
09.10.2026 | Swiss Darts Trophy | 1. Runde | 6:1 gegen Roman Wellinger | 76,92 |
28.09.2026 | World Grand Prix | 1. Runde | 1:2 Sätze gegen Danny Noppert | 83,58 |
12.09.2026 | Flanders Darts Trophy | 2. Runde | 1:6 gegen Nathan Aspinall | 88,78 |
11.09.2026 | Flanders Darts Trophy | 1. Runde | 6:1 gegen Jaimy Jacobs | 81,51 |
05.09.2026 | Czech Darts Open | 2. Runde | 4:6 gegen Luke Littler | 98,56 |
Das bisher einzige Duell
Van Veen und Springer haben erst einmal gegeneinander gespielt, im Juli in der zweiten Runde der European Darts Open, also über dieselbe Distanz wie in Basel. Van Veen gewann 6:3, obwohl Springer beim Scoring vorn lag. Mit den ersten neun Darts eines Legs kam Springer im Schnitt auf 119,00, dazu warf er eine 180 mehr.
Kennzahl | Gian van Veen | Niko Springer |
|---|---|---|
Average | 101,59 | 102,84 |
First 9 | 108,19 | 119,00 |
180er | 3 | 4 |
Checkout-Quote | 75,00 % (6 von 8) | 30,00 % (3 von 10) |
Höchstes Checkout | 88 | 110 |
Den Unterschied machte das Double. Van Veen brauchte für seine sechs Legs nur acht Darts auf ein Double und gewann jedes Leg mit eigenem Anwurf, Springer traf 3 von 10. Genau diese Schwäche begleitet ihn auch jetzt, nur dass sein Scoring in Basel deutlich schwächer war als im Juli.
Gian van Veen vs. Niko Springer Tipp
Gian van Veen – Niko Springer
- Höchstes Checkout über 110,5 Punkte
- Quote: 1,84
Tipp: Höchstes Checkout über 110,5 Punkte
Seit Juli wurde in 19 von 33 Partien, die van Veen über Best of 11 gespielt hat, mindestens ein Leg mit 111 oder mehr Punkten ausgecheckt, und ein solches Leg reicht in Basel für diesen Tipp, ob nun van Veen oder Springer es zumacht.
Wie oft ein so hohes Checkout fällt, hängt vor allem an der Zahl der Legs. Dauerten van Veens Partien neun oder mehr Legs, gab es in 18 von 26 mindestens ein Finish von 111 oder mehr. Bei Springer sieht es ähnlich aus, in seinen Partien über neun Legs und mehr kam das in 7 von 12 vor. Gegen starke Gegner hat er die Spiele zuletzt meist offen gehalten: Gegen van Veen im Juli, gegen Searle und gegen Littler ging es über neun oder zehn Legs, und in den Partien gegen Searle und Littler fiel jeweils ein Checkout über der Grenze.
Dazu kommt, dass beide Spieler diese Finishes können. Van Veen hat seit Juli in Partien über Best of 11 zehnmal 111 oder mehr ausgecheckt, darunter 170 gegen Tom Sykes, 167 gegen Nandor Major und 161 gegen Raymond Smith. Springer machte seit Ende August 170 gegen Marvin van Velzen, 150 gegen Martin Homola und 129 gegen Littler zu. Auch van Veens Gegner tragen viel dazu bei: In 11 der 19 Partien mit einem Finish über der Grenze checkte sein Gegenüber 111 oder mehr aus, in 9 davon sogar nur der Gegner. Der Tipp hängt also nicht daran, dass einer der beiden einen besonderen Abend erwischt.
Gegen den Tipp spricht ein schneller Sieg van Veens. In seinen Partien mit acht oder weniger Legs gab es seit Juli nur einmal ein Checkout von 111 oder mehr, in einer von sieben. Springer hat in Basel nur einen Average von 76,92 gespielt und am Double viele Chancen liegen lassen. Wirft er gegen van Veen so, kann die Partie schnell mit 6:1 oder 6:2 zu Ende sein. Die schwache Leistung gegen Wellinger muss aber nicht viel heißen, da Springer gegen die Top-Spieler meistens seine besten Leistungen zeigt. Gegen Searle kam Springer auf 94,23, gegen Littler auf 98,56 und im Juli gegen van Veen auf 102,84, und alle drei Partien gingen über neun oder zehn Legs. Nur gegen Aspinall ging er beim 1:6 unter.
Beide haben seit dem Sommer schon 170 ausgecheckt, van Veens Partien über diese Distanz dauern im Schnitt etwas mehr als neun Legs, und Springer hat gegen Spieler aus der Spitze zuletzt meist bis zum Schluss mitgehalten. Deshalb ist die Empfehlung für diese Partie eine Checkout Wette auf ein Finish von 111 oder höher.
Spielprognose und Fazit
Van Veen ist der klare Favorit. Er trifft seit August fast die Hälfte seiner Darts auf ein Double, hat auf der European Tour seit Juli jedes Auftaktspiel gewonnen und Springer im einzigen Duell über dieselbe Distanz geschlagen. Springer kann mit seinem Scoring dagegenhalten, wie er im Juli gezeigt hat, verliert seine Legs aber zurzeit oft am Double. Das 0:3 gegen Wade fiel beim World Grand Prix mit Double In und lässt sich auf ein Spiel über Legs kaum übertragen.
Wir erwarten, dass Springer die Partie über weite Strecken offen hält und van Veen sich am Ende mit 6:3 oder 6:4 durchsetzt. Eine Partie dieser Länge bietet genug Legs für ein hohes Checkout, und beide haben in solchen Spielen zuletzt regelmäßig 111 oder mehr ausgecheckt.