Niko Springer - Nathan Aspinall Tipps und Quoten am 12.09.2026

Nathan Aspinall - Niko Springer - Tipps

Am Samstagabend trifft Niko Springer in der Antwerp Expo auf Nathan Aspinall, den an Position 11 gesetzten Sieger des German Darts Grand Prix. Springer hat am Freitag Jaimy Jacobs mit 6:1 aus dem Turnier geworfen und dabei einen Average von 81,51 gespielt, den schwächsten Wert seiner Saison auf der European Tour; Aspinall greift als Gesetzter erst in dieser Runde ein und kommt aus einer Woche, die mit einem 0:5-Rückstand in Prag begann. Wer die beiden nur nach der Weltrangliste sortiert, sieht den Sechzehnten gegen den Achtunddreißigsten. Wer die Ergebnisse dieser Saison über elf Legs nebeneinanderlegt, sieht zwei Spieler, deren Partien ungewöhnlich oft mit einem oder zwei Legs Unterschied enden.

Wie Niko Springer seine Saison über elf Legs spielt

Springer hat 2026 auf der European Tour bislang 27 Partien über Best of 11 bestritten, 15 gewonnen und 12 verloren, und dieser Zahl sieht man nicht an, was für einen Spieler sie beschreibt. Von seinen 15 Siegen fielen vier mit 6:5, darunter jene gegen Stephen Bunting und Ross Smith in Göttingen, wo er bis ins Viertelfinale kam. Dazwischen stehen deutliche Ergebnisse gegen sehr gute Gegner, 6:1 gegen Michael van Gerwen in München, 6:3 gegen Gary Anderson in Sindelfingen, 6:0 gegen Wessel Nijman in Graz. Springer gewinnt auf dieser Serie also gegen Spieler aus den besten zehn, und er tut es in dieser Saison regelmäßig.

Seine Niederlagen erzählen den zweiten Teil. Sieben der zwölf endeten mit 4:6 oder 5:6, darunter das 5:6 gegen Josh Rock, das 5:6 gegen Damon Heta und zuletzt das 4:6 gegen Luke Littler in Prag, als Springer bei 98,56 im Average zwei 14-Dart-Legs in Folge zum 4:5 nachlegte und ein 161er-Finish am Bullseye verpasste. Nur fünfmal in dieser Saison verlor er über elf Legs mit drei oder mehr Legs Abstand, viermal 3:6 und einmal 2:6. Wer gegen Springer spielt, muss also fast immer bis zum Ende arbeiten.

Die Kennzahlen der letzten zwölf Monate ordnen das ein. Springer wirft 92,06 im Average und liegt damit knapp außerhalb der besten 32, den Platz 32 hält Martin Schindler mit 92,98. Seine ersten neun Darts eines Legs bringen dagegen 100,79 und die ersten drei 102,99, er startet Legs also wie ein Spieler aus den besten zwanzig und verliert den Vorsprung erst auf dem Weg zum Doppel. Dort trifft er wiederum ordentlich, denn 39,41 Prozent Checkout und 48,46 Prozent verwertete Doppel im Leg-Endspiel sind bessere Werte, als Aspinall sie vorweist. Der Freitag zeigte die Kehrseite. 29 verworfene Darts auf Doppel gegen Jacobs brachten trotz des klaren Ergebnisses den Average von 81,51, ein Wert, der gegen einen Gegner aus den besten zwanzig nicht reicht. Mit dem Sieg hat Springer sich rechnerisch für den World Grand Prix Ende September qualifiziert, ein Ziel, das er unabhängig vom Samstagabend erreicht hat.

Was Nathan Aspinall nach München noch geliefert hat

Aspinalls Saison hat einen Höhepunkt und danach ein Muster. Der Höhepunkt ist München Anfang April: fünf Siege, darunter 7:2 gegen Kevin Doets bei 106,40 und 8:5 gegen Danny Noppert im Finale, sein vierter Titel auf der European Tour. Das Muster danach heißt Viertelfinale. In Sindelfingen 4:6 gegen Ross Smith, in Bratislava 2:6 gegen Rob Cross, in Leverkusen 4:6 gegen Krzysztof Ratajski; in Budapest kam er eine Runde weiter und verlor das Halbfinale mit 6:7 gegen Gary Anderson, nachdem er fünf Matchdarts vergeben hatte. In Prag folgte vor einer Woche das 2:6 gegen Andrew Gilding, ein Spiel, das er mit 0:5 begann und in dem 95,71 im Average nicht reichten.

Neun der zwölf Turniere dieser Saison hat er gespielt, bei sechs davon mindestens das Achtelfinale erreicht. Das ist der Stand eines Spielers, der auf dieser Serie verlässlich weit kommt, auf Platz 5 der Serienrangliste mit 74.000 Pfund, und der zugleich in kurzen Formaten häufig eng gewinnt: In 7 seiner 13 Siege über Best of 11 blieb der Gegner mit 6:5 oder 6:4 auf zwei Legs heran, nur 6 Siege fielen deutlicher aus.

Über zwölf Monate wirft Aspinall 95,87 im Average, Platz 9 der besten 32, und auf den ersten neun Darts kommt er auf starke 105,75, den höchsten Startwert in diesem Vergleich. Der Preis dafür steht bei den Doppeln, wo 37,57 Prozent Checkout und 45,21 Prozent am Doppel im Leg-Endspiel unter Springers Werten liegen. Das ist der eigentliche Grund, warum ein Spieler mit 413 180ern in zwölf Monaten so oft in Entscheidungslegs landet. Seine Dartitis, über die er seit 2023 offen gesprochen hat, war im Juli in Leverkusen wieder sichtbar; im Viertelfinale dort traf er 4 von 17 Darts auf Doppel. Sechs Tage später gewann er beim World Matchplay mit 105,32 gegen Joe Cullen, und in Budapest reichte es bis ins Halbfinale. Die Form ist da, sie hält nur nicht über ein ganzes Turnier.

Die Kennzahlen der letzten zwölf Monate

Kennwert

Niko Springer

Nathan Aspinall

Average

92,06

95,87

180er

268

413

Average erste neun Darts

100,79

105,75

Checkout

39,41 Prozent

37,57 Prozent

Verwertete Doppel im Leg-Endspiel

48,46 Prozent

45,21 Prozent

Gewonnene Legs

53,06 Prozent

55,39 Prozent

Gewonnene Legs mit eigenem Anwurf

64,15 Prozent

64,63 Prozent

Gewonnene Legs gegen den Anwurf

41,79 Prozent

46,03 Prozent

Wer nur auf den Average schaut, unterschätzt Springer. Der Abstand dort beträgt fast vier Punkte, der Abstand bei den gewonnenen Legs keine zweieinhalb Prozentpunkte, weil Aspinall sein besseres Scoring nur zum kleinen Teil in Legs verwandelt und Springer am Doppel häufiger trifft. Mit eigenem Anwurf sind beide praktisch gleich stark, der Unterschied entsteht gegen den Anwurf, wo Aspinall gut vier Prozentpunkte mehr Legs holt. Über elf Legs entscheidet meist ein einziges Break, und das gelingt dem Engländer etwas öfter. Ein einziges Break ist aber auch die Größenordnung, um die es hier geht, und nicht mehr; für eine Wette heißt das, dass sich die Länge dieser Partie verlässlicher einschätzen lässt als ihr Sieger.

Niko Springer - Nathan Aspinall Tipps

Niko Springer – Nathan Aspinall

Flanders Darts TrophyAntwerpen
Sieg Niko Springer +2,5
Quote: 1,48
Über 5,5 180er
Quote: 1,82
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1. Tipp: Sieg Niko Springer +2,5

Der erste Tipp für diese Partie ist eine Handicap Wette auf Sieg Niko Springer +2,5 Legs. Springer hat 22 seiner 27 Partien dieser Saison auf der Serie entweder gewonnen oder mit höchstens zwei Legs Abstand verloren, und die fünf Ausnahmen kamen gegen Cristo Reyes, Kim Huybrechts, Charlie Manby, Tom Sykes und Gian van Veen, also überwiegend nicht gegen die Spieler, gegen die er die stärksten Auftritte hatte. Gegen van Gerwen, Anderson, Bunting, Nijman und Ross Smith hat er gewonnen, gegen Littler, Rock und Heta um ein oder zwei Legs verloren. Springer spielt gegen gute Gegner enger als gegen mittlere, und Aspinall ist ein guter Gegner.

Von Aspinalls Seite sieht die Rechnung ähnlich aus. In 14 seiner 20 Partien über Best of 11 auf dieser Serie hätte der Gegner eine Vorgabe von 2,5 Legs erfüllt: siebenmal, weil Aspinall verlor, siebenmal, weil er nur 6:5 oder 6:4 gewann. Der Grund steht in den Kennzahlen. Er startet Legs stärker als Springer, trifft am Doppel aber seltener, und deshalb kippen seine Partien immer wieder in die Entscheidung, in Budapest gegen Dobey mit 6:5, gegen Anderson mit 6:7, in Prag gegen Gilding von 0:5 aus nur noch auf 2:6. Springer bringt mit 100,79 auf den ersten neun Darts selbst genug Scoring mit, um in den Legs mit eigenem Anwurf mitzuhalten, dort gewinnen beide gut 64 Prozent. Deswegen denke ich,, dass Springer die Partie eng halten kann und wenn er sein bestes Niveau spielt, hat er hier sogar eine Chance auf den Sieg.

2. Tipp: Über 5,5 180er

Die Wette gewinnt, wenn beide Spieler zusammen mindestens sechs 180er werfen. Aspinall allein steht in zwölf Monaten bei 413 Maximums über 111 Partien, also gut dreieinhalb je Partie, und seine 105,75 auf den ersten neun Darts sind der höchste Wert dieser Gegenüberstellung; in München warf er in fünf Partien 22 180er, sieben davon im Finale. Springer kommt in demselben Zeitraum auf 268 Maximums über 123 Partien und startet seine Legs mit 100,79 und 102,99 auf den ersten drei Darts. Beide sind Spieler, die den Anfang eines Legs schnell spielen und ihre Probleme erst am Doppel bekommen, und genau dieser Typ Spieler wirft viele 180er.

Dazu kommt die Länge der Partie. Über 5,5 braucht Legs, und die beiden liefern sie: Springer verliert selten deutlich, Aspinall gewinnt selten deutlich, sieben seiner dreizehn Siege gingen über zehn oder elf Legs. In den Partien, die Springer im Frühjahr gegen Jan Schmidt, van Gerwen und Rock spielte, fielen sechs, sieben und neun 180er, bei Aspinall gegen Schindler und Gilding sechs und sieben. Jede dieser Partien war umkämpft oder wurde von einem Spieler getragen, der von der ersten Aufnahme an auf die Triple 20 ging. Deswegen gehe ich auch hier von einer Partie aus, bei welcher viele 180er fallen werden.

Fazit und Spielprognose

Aspinall ist der bessere Scorer, Springer der bessere Verwerter, und über elf Legs schrumpft der Abstand zwischen beiden auf ein Break. Der Engländer hat in dieser Saison gezeigt, dass er auf dieser Serie fast immer weit kommt, und ebenso, dass er unterwegs kaum eine Partie klar gewinnt; der Deutsche hat gezeigt, dass er Spieler von ganz oben schlägt und gegen die übrigen fast nie deutlich verliert.

Ich erwarte eine enge Partie, die bis ins zehnte oder elfte Leg geht. Aspinall ist der Favorit, weil er höher wirft und gegen den Anwurf öfter ein Break setzt. Springer hat trotzdem eine gute Chance, die Partie selbst zu gewinnen, wenn er sein bestes Niveau spielt, und das hat er in diesem Jahr oft gezeigt: 6:1 gegen van Gerwen, 6:3 gegen Anderson, 6:0 gegen Nijman, 6:5 gegen Bunting, dazu 98,56 gegen Littler und 102,48 in Prag.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

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