Gian van Veen - Gabriel Clemens Tipps und Quoten

Gian Van Veen - Gabriel Clemens - Tipps

Am Samstagabend trifft in der Antwerp Expo der Dritte der Weltrangliste auf einen Spieler, der bis Donnerstag gar nicht im Teilnehmerfeld stand. Gian van Veen ist nach den Rückzügen von Luke Littler und Luke Humphries der topgesetzte Spieler des Turniers, Gabriel Clemens rückte über die Nachrückerliste nach und gewann am Freitag sein Auftaktspiel. Die Order of Merit trennt die beiden um 44 Plätze. Wer daraus eine klare Sache für den Niederländer ableitet, übersieht zwei Dinge: van Veens Bilanz auf der European Tour seit Februar und eine Bilanz gegeneinander, die nicht zur Rangliste passt.

Clemens starker Auftakt gegen Menzies

Clemens hatte die direkte Qualifikation für dieses Turnier verpasst. In der Finalrunde des Tour Card Holder Qualifiers am 30.07. unterlag er Cristo Reyes mit 3:6 und landete auf der Nachrückerliste. Dass er trotzdem spielt, liegt an vier Rückzügen: Littler, Humphries, Jonny Clayton und Gary Anderson traten nicht an, und mit ihnen rückten neben Clemens auch James Hurrell, Kim Huybrechts und Brendan Dolan ins Feld. Antwerpen ist damit erst sein zweites Turnier der European Tour in diesem Jahr; im Mai in Graz hatte er sein einziges Spiel 3:6 gegen Ryan Joyce verloren.

Der Sieg über Cameron Menzies am Freitagabend war folglich sein erster auf der European Tour 2026. Die Partie stand 2:2, dann holte Clemens das Break zum 4:2 und beendete sie mit einem 86er Finish zum 6:4. Der Average von 92,66 lag knapp über dem seines Gegners, die vier 180er warf allesamt Clemens, und auf die Doppel traf er 6 von 14 Versuchen. Das ist keine überragende Leistung, aber eine stabile, und sie entstand nach 16 Tagen ohne Wettkampfpartie. Sein letztes Turnier davor, die Players Championship 28 am 26.08., hatte er mit einem 3:6 gegen Christopher Wickenden und einem Average von 81,47 beendet.

Das Jahr von Clemens verläuft in zwei Geschwindigkeiten. Am 07.07. gewann er die Players Championship 24, schlug auf dem Weg Michael van Gerwen mit 6:4 und im Finale Luke Woodhouse mit 8:6, sein erster Titel auf dieser Ebene überhaupt. Drumherum stehen viele frühe Niederlagen auf der Floor-Tour, oft mit einem Leg Unterschied. In der Order of Merit ist er Siebenundvierzigster, in der Pro Tour Order of Merit Einundvierzigster. Für die Europameisterschaft in Dortmund ist er mit 5.500 Pfund auf Rang 76 der European Tour Order of Merit außer Reichweite; in Antwerpen geht es für ihn um Preisgeld und darum, ob er gegen einen Spieler aus den Top drei bestehen kann.

Van Veens durchwachsenes Jahr auf der European Tour

Van Veen ist 24 Jahre alt, stand im Januar im Finale der Weltmeisterschaft, gewann im Oktober 2025 die Europameisterschaft mit 11:10 gegen Humphries und erreichte im Juli das Halbfinale des World Matchplay, wo er Gerwyn Price mit 10:17 unterlag. Mit 1.006.250 Pfund ist er Dritter der Order of Merit. Auf der European Tour sieht seine Saison anders aus. Beim ersten Turnier im Februar erreichte er das Finale und verlor 4:8 gegen Littler; seitdem hat er in zehn weiteren Turnieren der Serie kein Halbfinale mehr erreicht. Zweimal war im Viertelfinale Schluss, viermal im Achtelfinale, viermal schon in der zweiten Runde, also genau in der Runde, die jetzt ansteht.

Diese vier Niederlagen zum Auftakt sind der Punkt, an dem ein Wettender genauer hinsehen sollte. 2:6 gegen William O'Connor, 3:6 gegen Joe Cullen, 5:6 gegen Madars Razma, 3:6 gegen Rob Cross: Jedes Mal war van Veen als Gesetzter Favorit, jedes Mal warf er einen Average zwischen 91,00 und 93,68, und jedes Mal reichte das nicht. In seinen Partien der zweiten Runde auf der European Tour 2026 steht er bei 7 Siegen und 4 Niederlagen. Die Siege fielen dagegen meist deutlich aus: Acht seiner elf Siege in Best-of-11-Partien der Serie gewann er mit mindestens drei Legs Vorsprung, darunter 6:0 gegen Nandor Major und 6:1 gegen Jeffrey de Graaf in den vergangenen zwei Wochen.

Was die Kennzahlen der letzten zwölf Monate trennen

Kennwert

Gian van Veen

Gabriel Clemens

Average

96,35

91,68

Rang unter den besten 32

8.

außerhalb der besten 32

Verwertete Checkouts

42,52 Prozent

36,07 Prozent

Gewonnene Legs

53,97 Prozent

51,78 Prozent

Average erste neun Darts

104,22

100,76

Average mit eigenem Anwurf

95,22

90,20

Average gegen den Anwurf

97,65

93,28

Gewonnene Legs mit eigenem Anwurf

66,00 Prozent

64,56 Prozent

Gewonnene Legs gegen den Anwurf

42,05 Prozent

39,35 Prozent

Verwertete Doppel im Leg-Endspiel

52,02 Prozent

44,25 Prozent

Die Kennzahlen gelten über alle Wettbewerbe, und sie zeichnen ein eindeutiges Bild. Van Veen punktet etwas höher, kommt früher auf ein Finish und macht die Legs häufiger zu. Der Unterschied im Average von fast fünf Punkten entspricht dem Abstand zwischen Platz 8 und einem Platz jenseits der besten 32; Martin Schindler hält Rang 32 mit 92,98, und selbst dort steht Clemens darunter. Beim Checkout liegen mehr als sechs Prozentpunkte zwischen beiden. Das ist im Darts der Wert, der Partien über eine kurze Distanz entscheidet, weil jedes verworfene Doppel dem Gegner die Chance auf ein Break öffnet.

Zwei Zahlen relativieren den Abstand, und beide sind für dieses Format wichtig. Mit eigenem Anwurf gewinnen die beiden fast gleich oft ihr Leg, 66,00 gegen 64,56 Prozent. Der Unterschied entsteht gegen den Anwurf des Gegners, wo van Veen auf 42,05 und Clemens auf 39,35 Prozent kommt. Übersetzt heißt das: Clemens hält sein Leg fast so zuverlässig wie der Dritte der Weltrangliste, ihm gelingt nur seltener ein Break.

Die Stärke von Clemens liegt im Scoring der ersten Aufnahmen; 100,76 auf den ersten neun Darts ist für einen Spieler mit einem Average von 91,68 über die ganze Partie ein hoher Wert. Er kommt also regelmäßig früh auf ein Finish und verliert danach Punkte am Doppel. Genau das war am Freitag gegen Menzies zu sehen: vier 180er, aber nur 6 von 14 Checkouts. Van Veens Schwäche ist eine andere. Seine Kennzahlen sind konstant hoch, seine Partien auf der Bühne in kurzen Formaten dagegen nicht. Zwischen dem 100,88 gegen de Graaf am Freitag vor einer Woche und dem 90,19 gegen Ross Smith am Tag darauf lagen 24 Stunden.

Gian van Veen vs. Gabriel Clemens: Der direkte Vergleich

Fünf Duelle zwischen beiden sind erfasst, und drei davon gewann Clemens. Das ist die einzige Bilanz in dieser Vorschau, die gegen die Rangliste läuft. Sie braucht allerdings eine Einordnung, denn vier der fünf Duelle lassen sich datieren, und die stehen 2:2. Clemens gewann im Februar 2023 mit 6:3 und im April 2023 auf der European Tour mit 6:5; das war sein einziger Sieg gegen van Veen auf einer Bühne. Van Veen gewann im August 2023 mit 6:4 und im Juni 2025 mit 6:2. Das jüngste Duell ging also an den Niederländer, und zwar deutlich, und in den vergangenen zwölf Monaten sind die beiden einander nicht begegnet.

Datum

Turnier

Ergebnis

18.06.2025

Players Championship 18

van Veen 6:2

27.08.2023

Players Championship 18

van Veen 6:4

28.04.2023

European Tour

Clemens 6:5

12.02.2023

Players Championship 2

Clemens 6:3

Van Veen - Clemens Tipps

Gian van Veen – Gabriel Clemens

Flanders Darts TrophyAntwerpen
Höchstes Finish der Partie über 114,5.
Quote: 1,84
Sieg Gabriel Clemens +2,5 Legs
Quote: 1,53
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Tipp 1: Höchstes Finish der Partie über 114,5.

Die Checkout Wette gewinnt, sobald einer der beiden ein Leg mit 115 Punkten oder mehr beendet. Van Veen wirft solche Finishes regelmäßig: 117 gegen Jermaine Wattimena, 167 gegen Major und 161 gegen Raymond Smith allein in den vergangenen vier Wochen, dazu 160, 148 und 160 beim World Matchplay. Mit 104,22 auf den ersten neun Darts steht er oft früh auf einem Rest, der ein hohes Finish zulässt, und mit 42,52 Prozent verwerteten Checkouts macht er ihn auch zu. Clemens trägt mit 100,76 auf den ersten neun Darts seinen Teil bei, denn wer hoch punktet und die Doppel schwächer trifft, lässt genau die Reste zwischen 115 und 170 stehen, die irgendwann jemand holt. In seinen beiden Partien auf der Bühne 2026 lag das höchste Finish der Partie jeweils darüber, 121 durch Menzies und 118 durch Joyce.

Der Haken ist die kurze Distanz: In van Veens zwölf Partien auf der Bühne über Best of 11 seit Juni lag das höchste Finish nur fünfmal über 114,5. Über neun bis elf Legs gibt es trotzdem neun bis elf Gelegenheiten, und beide haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie hohe Finishes rausnehmen können. Deswegen finde ich die Quote von 1,84 hier sehr interessant.

Tipp 2: Sieg Gabriel Clemens +2,5 Legs.

Die Wette gewinnt, wenn Clemens siegt oder mit höchstens zwei Legs Unterschied verliert, also 4:6 oder 5:6. Drei Gründe tragen sie. Van Veen ist in der zweiten Runde der European Tour 2026 viermal ausgeschieden, jedes Mal mit einem Average zwischen 91,00 und 93,68, und auf diesem Niveau ist er schlagbar; Clemens erreichte es am Freitag mit einem Average von 92,66. Gegeneinander gewann Clemens drei von fünf Duellen, und in den vier datierbaren hätte die Vorgabe dreimal gegriffen. Und Clemens verliert selten hoch, wenn er im Rhythmus ist: 10 seiner 28 Niederlagen in Best-of-11-Partien seit April endeten 5:6, weil er sein Leg mit eigenem Anwurf in 64,56 Prozent der Fälle hält, fast so oft wie van Veen.

Dazu kommt die Form. Van Veen hat seit dem Matchplay in sechs Turnieren keines gewonnen und verlor zuletzt 3:6 gegen Ross Smith mit einem Average von 90,19; Clemens kommt ausgeruht und hat die Bühne in Antwerpen schon einmal gespielt. Das Gegenargument steht in van Veens Siegen, acht von elf auf der European Tour 2026 mit drei oder mehr Legs Vorsprung, und in Clemens' 15 Niederlagen mit drei oder mehr Legs. Die Vorgabe ist deshalb eine Wette darauf, dass es eng wird, nicht darauf, dass Clemens gewinnt, und genau dafür sprechen seine gehaltenen Legs und van Veens schwankende Leistungen bei der European Tour.

Fazit und Spielprognose

Van Veen ist der bessere Spieler in jeder Kennzahl, die zwölf Monate umfasst, und er sollte diese Partie gewinnen. Die Frage ist, welcher van Veen antritt: der, der Major 6:0 und de Graaf 6:1 abfertigte, oder der, der in derselben Saison viermal als Favorit in der zweiten Runde ausschied. Clemens bringt genug Scoring mit, um auch gegen einen guten van Veen mitzuhalten.

Meine Prognose lautet auf einen Sieg van Veens in der Gegend von 6:4, mit mindestens einem Finish über 115 auf einer der beiden Seiten. Ein knappes Ergebnis passt zu beiden Spielern: zu Clemens, der zehnmal in diesem Jahr 5:6 verloren hat, und zu van Veen, der auf der European Tour seit Februar entweder klar gewinnt oder knapp verliert. Ich traue Clemens hier auch eine Überraschung zu, allerdings hängt das sehr stark von van Veen ab und ob er sein bestes Niveau finden kann.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

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