180er Wetten beim Darts: Varianten, Format und Statistiken
- Wette auf
- 180ER
- Gezählt wird
- wie viele 180er ein Spieler oder beide zusammen werfen
- Beispiel
- Über 5,5 180er im Match
Bei 180er Wetten tippst du auf die 180er eines Darts-Matches: wer mehr davon wirft, wer die erste wirft oder ob beide Spieler zusammen über eine Grenze kommen. Diese Zahl wächst Leg für Leg. Wie hoch sie am Ende steht, hängt deshalb vor allem daran, wie viele Legs das Format zulässt und wie viele davon wirklich gespielt werden, und daran, wie oft die beiden Spieler pro Leg das Maximum treffen. Wer das Match gewinnt, sagt darüber wenig: Im WM-Finale 2025 warf der unterlegene Michael van Gerwen eine 180 mehr als Weltmeister Luke Littler.
- 1A1:0
- 2B0:1
- 3BBreak0:0
- 4ABreak1:0
- 5A0:0
- 6B1:1
- 7A0:0
- 8B0:1
- 9A1:0
- 10ABreak0:0
- 11
Was bei 180er Wetten gezählt wird
Drei Darts in der Triple 20 ergeben 180 Punkte, und mehr gibt eine Aufnahme nicht her. Deshalb heißt die 180 auch Maximum. Die PDC hat ausgerechnet, dass ein Profi, der mit allen drei Darts auf die Triple 20 zielt, ungefähr bei einem von 15 Versuchen eine 180 zustande bringt. Das ist selten genug, dass jede einzelne auffällt, und häufig genug, dass nach einem Match eine Summe dasteht, mit der du rechnen kannst.
Diese Summe ist die zweite Zahl eines Matches, neben dem Ergebnis: die 180er beider Spieler. Auf sie laufen alle 180er Wetten. Sie wächst in jeder Aufnahme, gleich wer das Leg am Ende gewinnt, denn eine 180 des Spielers, der das Leg abgibt, zählt genauso wie die des Siegers. Wer das Match gewinnt, beeinflusst diese Zahl nur über einen Umweg: über die Zahl der Legs, die überhaupt gespielt werden.
Welche 180er Wetten es gibt
Bei 180er Wetten ist immer festgelegt, wessen 180er zählen und über welchen Abschnitt. Erst wenn du beides kennst, weißt du, welche Zahl du eigentlich einschätzt.
| Wette | Was zählt | Abschnitt | Entschieden |
|---|---|---|---|
| Meiste 180er | 180er von Spieler A gegen die von Spieler B | ganzes Match | nach dem letzten Leg |
| Gesamtzahl mit Grenze, etwa 10,5 | 180er beider Spieler zusammen | ganzes Match | mehr mit der elften 180, weniger erst nach dem letzten Leg |
| 180er eines Spielers mit Grenze, etwa 6,5 | nur die 180er dieses Spielers | ganzes Match | mehr mit der siebten 180, weniger erst nach dem letzten Leg |
| Erste 180 | wer zuerst das Maximum wirft | ganzes Match | mit der ersten 180 |
| 180 im ersten Leg | ob überhaupt eine 180 fällt | erstes Leg | nach dem ersten Leg |
Bei den meisten 180ern hast du drei Tipps: Spieler A, Spieler B oder Gleichstand. Der Gleichstand steht dort, weil beide Spieler gleich oft treffen können, und je kleiner die Summen sind, desto eher kommt das vor. In einem kurzen Match wirft jeder Spieler oft nur eine Handvoll 180er, und steht es drei zu vier, macht eine einzige 180 daraus einen Gleichstand.
Die Grenze bei der Gesamtzahl endet auf ,5, damit es keinen Wert genau auf der Linie gibt. Bei 10,5 brauchst du für mehr mindestens elf 180er, für weniger dürfen es höchstens zehn werden. Der Unterschied zwischen beiden Seiten liegt im Verlauf: Wer auf mehr setzt, hat gewonnen, sobald die elfte fällt, auch wenn noch zehn Legs ausstehen. Wer auf weniger setzt, bangt bis zum letzten Dart. Dieselbe Logik gilt für die Grenze eines einzelnen Spielers, nur zählen dort allein seine 180er; der Gegner wirkt bloß darüber mit, wie lange er das Match offen hält. Wie Grenzen mit halber Zahl allgemein funktionieren, steht im Kapitel zu Über/Unter Wetten.
Bei der ersten 180 spielt die Länge des Matches kaum eine Rolle. Die Wette ist mit dem ersten Maximum entschieden, während eine Wette auf weniger 180er bis zum letzten Leg offen bleibt. Es zählt also der Anfang, und den hat der Spieler, der das erste Leg anwirft: Er wirft die erste Aufnahme und hat damit die erste Gelegenheit. Viel ist dieser Vorsprung nicht, wenn selbst ein Profi nur etwa bei jedem 15. Versuch auf die Triple 20 eine 180 wirft. Zwischen zwei ähnlich starken Werfern ist er trotzdem der eine Unterschied, den der Ablauf des Matches vorgibt. Was Anwurf und Break im Darts bedeuten, erklärt der Überblick zu Darts Wetten.
Die Wette auf eine 180 im ersten Leg fragt nur Ja oder Nein. In der Premier League 2024 fielen 660 180er in 1.106 Legs, knapp 0,6 je Leg für beide Spieler zusammen. Daraus folgt, dass mindestens vier von zehn Legs ganz ohne 180 blieben, und eher mehr, weil manche Legs zwei oder mehr brachten. Wer auf Ja setzt, setzt also auf etwas, das in dieser Saison höchstens in sechs von zehn Legs passierte.
Welcher Abschnitt zählt, entscheidet darüber, ob eine Grenze hoch oder niedrig ist. Eine 10,5 über ein Match, das höchstens elf Legs dauert, verlangt im Schnitt mindestens eine 180 pro Leg. Dieselbe 10,5 über ein WM-Finale, das mindestens 21 Legs dauert, ist eine ganz andere Wette. Deshalb gehört zu jeder Grenze die Frage, wie viele Legs dahinterstehen.
Wovon die Zahl der 180er in einem Match abhängt
Die Zahl ergibt sich aus zwei Größen: wie viele Legs gespielt werden und wie oft die Spieler darin das Maximum treffen. Die erste gibt das Format vor, die zweite bringen die Spieler mit. Beide schwanken von Match zu Match erheblich.
Das Format gibt die Legs vor
Die Distanz eines Matches legt fest, wie viele Legs oder Sätze zum Sieg nötig sind. Wie viele davon am Ende gespielt werden, steht erst fest, wenn das Match vorbei ist. In der Premier League 2026 geht jedes Match eines Abends über Best of 11 Legs, das sind mindestens sechs und höchstens elf. Die WM spielt in Sätzen, jeder über Best of 5 Legs. Den letzten möglichen Satz eines Matches muss ein Spieler aber mit zwei Legs Abstand gewinnen, und erst bei 5:5 entscheidet ein Leg im Sudden Death; dieser Satz kann also bis zu elf Legs dauern. Auch beim World Matchplay 2026 braucht jedes Match zwei Legs Abstand. Dafür kommen bis zu fünf Legs dazu, danach fällt die Entscheidung in einem Leg im Sudden Death.
| Match | Distanz | Legs mindestens | Legs höchstens |
|---|---|---|---|
| Premier League 2026, jedes Match eines Abends | Best of 11 Legs | 6 | 11 |
| World Matchplay 2026, erste Runde | Best of 19 Legs | 10 | mehr als 19 möglich |
| World Matchplay 2026, Finale | Best of 35 Legs | 18 | mehr als 35 möglich |
| WM 2025/26, erste und zweite Runde | Best of 5 Sätze | 9 | 31 |
| WM 2025/26, dritte und vierte Runde | Best of 7 Sätze | 12 | 41 |
| WM 2025/26, Viertelfinale | Best of 9 Sätze | 15 | 51 |
| WM 2025/26, Halbfinale | Best of 11 Sätze | 18 | 61 |
| WM 2025/26, Finale | Best of 13 Sätze | 21 | 71 |
Jedes Leg, das nicht gespielt wird, nimmt beiden Spielern Aufnahmen weg, in denen eine 180 hätte fallen können. Wie viel das ausmacht, zeigt eine einfache Rechnung mit dem Schnitt der Premier League 2024 von knapp 0,6 180ern je Leg als Annahme: Endet ein Match über Best of 11 Legs 6:0, landest du bei gut dreieinhalb 180ern, bei 6:5 bei gut sechseinhalb. Dieselben Spieler, dieselbe Distanz, und trotzdem fast die doppelte Zahl. Im WM-Finale liegen zwischen dem kürzesten und dem längsten möglichen Match 21 und 71 Legs; das Finale 2026 endete 7:1 in Sätzen und brauchte 31 Legs.
Eine Wette auf mehr 180er ist deshalb zu einem guten Teil auch eine Wette darauf, dass das Match eng wird. Zieht ein Spieler davon, ist das Match früh vorbei, und die Legs, die dann nicht mehr gespielt werden, bringen auch keine 180er. Wer auf weniger setzt, dem hilft umgekehrt ein Match mit klarem Favoriten. Wie deutlich ein Match ausgeht, ist die Frage der Handicap Wetten; für eine Grenze auf 180er brauchst du davon wenigstens eine Vorstellung.
Wie oft pro Leg eine 180 fällt
Die knapp 0,6 180er je Leg aus der Premier League 2024, grob sechs auf zehn Legs, sind ein Schnitt über eine ganze Saison. Einzelne Matches weichen davon weit ab.
Das WM-Finale 2026 zeigt, wie weit. Luke Littler warf 16 180er, Gian van Veen 9, zusammen 25 in 31 Legs. Das sind rund 0,81 je Leg. Mit dem Schnitt der Premier League wären es in 31 Legs etwa 18 oder 19 gewesen; das Finale lag gut ein Drittel darüber. Noch weiter ging das Halbfinale der WM 2022: Peter Wright warf gegen Gary Anderson 24 180er in 42 Legs, Anderson kam auf 15, zusammen also 39 und damit mehr als 0,9 je Leg. Die 24 sind der WM-Rekord eines Spielers in einem Match, und Michael Smith zog im Finale desselben Turniers gleich, als er 24 der 41 180er warf. Der Rekord gehört also zwei Spielern aus zwei verschiedenen Matches, und er zählt immer nur die 180er eines Einzelnen.
Dazu kommt, dass 180er gehäuft fallen. Die PDC hat ausgewertet, dass Spieler nach einer 180 in der nächsten Aufnahme etwa 12,7 Prozent häufiger wieder eine werfen als sonst. Das ist eine relative Steigerung, keine Wahrscheinlichkeit von 12,7 Prozent. Für deine Wette heißt es trotzdem: Eine Gesamtzahl kann in wenigen Legs springen, und eine Grenze, die knapp über dem erwarteten Wert liegt, kippt durch eine starke Phase schneller, als ein gleichmäßiger Schnitt vermuten lässt.
Die 180er eines ganzen Turniers
Über ein ganzes Turnier gilt dieselbe Rechnung, nur steht vor den Legs noch die Zahl der Matches. Wie stark sie die Summe treibt, zeigt die WM. Zur WM 2019 wuchs das Feld von 72 auf 96 Spieler, und diese Ausgabe stellte mit 880 180ern einen Rekord auf, der lange hielt. Erst die 30. Ausgabe der PDC-WM übertraf ihn mit 901. Zur WM 2025/26 kamen noch einmal 32 Spieler dazu, 128 insgesamt und so viele wie nie, und das Turnier brachte 1.127 180er, ein Viertel mehr als die 901 der 30. Ausgabe und so viele wie bei keiner WM zuvor.
Bei 128 Spielern im K.-o.-System braucht die WM sieben Runden und 127 Matches, bis ein Sieger feststeht. 96 davon fallen in die ersten beiden Runden, die über Best of 5 Sätze gehen, also über die kürzeste Distanz des Turniers. Der Großteil der Matches ist also kurz, aber jedes davon dauert mindestens neun Legs, und in jedem Leg haben beide Spieler ihre Aufnahmen. Mehr Spieler heißen mehr Matches, mehr Matches heißen mehr Legs, und so wächst die Summe eines Turniers, ohne dass irgendwer öfter treffen muss.
Für die 180er eines einzelnen Spielers kommt ein zweiter Effekt dazu. Aus den Daten der PDC geht hervor, dass Spieler, die viele 180er werfen, meist bis in die späten Runden kommen, und dort werden die Distanzen länger: Best of 9 Sätze im Viertelfinale, Best of 11 im Halbfinale, Best of 13 im Finale. Ein solcher Spieler bekommt also nicht nur mehr Matches, sondern auch die längeren. Seine 180er über ein ganzes Turnier hängen deshalb weniger an der Form eines Abends als daran, wie weit er kommt. Schätzt du sie ein, schätzt du damit vor allem seinen Turnierverlauf ein, und das ist die Frage, um die es auch bei Langzeitwetten geht.
Welche Statistiken für Wetten auf 180er taugen
Eine Summe von 180ern sagt dir erst etwas, wenn du weißt, aus wie vielen Legs sie stammt. Wer dieselbe Summe in doppelt so vielen Legs gesammelt hat, trifft nur halb so oft. In der Premier League 2024 warf Luke Humphries 0,352 180er je Leg, Luke Littler 0,347, und Humphries spielte dabei elf Legs weniger. Littler stand am Ende also bei der größeren Summe, obwohl Humphries pro Leg etwas öfter traf. Für 180er Wetten zählt die Rate, denn die Legs des nächsten Matches gibt das Format vor, nicht die Saison davor.
| Spieler | Premier-League-Saison | eigene 180er je Leg |
|---|---|---|
| Gary Anderson | 2011 | 0,403 |
| Dave Chisnall | 2018 | 0,385 |
| Luke Humphries | 2024 | 0,352 |
| Phil Taylor | 2009 | 0,351 |
| Luke Littler | 2024 | 0,347 |
Über eine ganze Premier-League-Saison von vier Monaten hat nur Gary Anderson eine Rate von 0,4 gehalten. Wie hoch diese Werte sind, siehst du am Schnitt der Liga: Knapp 0,6 180er je Leg für beide Spieler zusammen sind rund 0,3 für jeden. Ein Spieler mit 0,35 wirft also im Schnitt etwa alle drei Legs eine 180, und treffen zwei solche Werfer aufeinander, kommen rechnerisch rund 0,7 je Leg zusammen, spürbar mehr als der Schnitt.
Wie viel eine Rate wert ist, hängt an den Legs dahinter. Die Rate eines Spielers aus einem einzigen Turnier ruht auf wenigen Matches und ist ein schwaches Signal. Ein Wert über eine ganze Saison, mit der Zahl der Legs dahinter, trägt deutlich mehr, verrät aber nichts darüber, wie ein Spieler an einem bestimmten Abend in Form ist.
Der Drei-Dart-Average hilft dir bei den 180ern wenig. Was er misst, steht im Überblick zu Darts Wetten; für diese Wetten zählt, dass jede hohe Aufnahme ihn hebt, eine 140 ebenso wie eine 180, während in der Zahl der 180er nur die 180 auftaucht. Im WM-Finale 2025 spielte Luke Littler einen Average von 102,73, Michael van Gerwen kam auf 100,69. Die meisten 180er warf trotzdem van Gerwen, 13 gegen 12.
Auch der Sieger taugt nicht als Maßstab. Littler gewann dieses Finale mit 7:3 Sätzen, obwohl er eine 180 weniger warf. Noch deutlicher war es im WM-Finale 2022: Michael Smith warf 24 der 41 180er, Peter Wright nur 17, und Wright gewann mit 7:5 Sätzen. Die PDC hält in ihrer Statistik fest, dass die Zahl der 180er den Ausgang eines Matches schlecht vorhersagt und eher zeigt, wie gleichmäßig ein Spieler punktet. Die Wette auf die meisten 180er ist deshalb keine Siegwette auf Umwegen. Wen du als Sieger siehst, hat für die 180er wenig Gewicht, wer von beiden pro Leg öfter das Maximum wirft, dagegen viel.
Setzt du Rate und Distanz zusammen, bekommst du eine grobe Erwartung für ein konkretes Match. Nimm als Annahme zwei Spieler mit je 0,35 180ern je Leg in einem Match über Best of 11 Legs: Bei sechs Legs kommen rechnerisch gut vier 180er heraus, bei elf Legs knapp acht. Eine Grenze um 5,5 läge mitten in dieser Spanne, und dann entscheidet vor allem, ob das Match eng wird. Eine 10,5 bräuchte selbst über die volle Distanz mindestens eine 180 pro Leg, mehr als das WM-Finale 2026 mit seinen rund 0,81 hergab.
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