Niko Springer - Scott Williams: Wett-Tipp und Prognose

Ein Jahr nach seinem Finale bei der Dutch Darts Championship steht Niko Springer wieder in der ersten Runde dieses Turniers, und sein Gegner kommt mit mehr Schwung nach Maastricht als er selbst. Scott Williams hat sich über die Qualifikation ins Feld gespielt, Springer reist mit einer deutlichen Niederlage aus Basel an. Wer am Freitagabend vorne liegt, hängt vor allem an zwei Fragen: Findet Springer sein Double wieder, und hält Williams sein Scoring aus dem September? Die Ergebnisse und Statistiken beider Spieler seit dem Sommer beantworten das ziemlich deutlich, auch für Wetten, bei denen es nicht nur um den Sieger geht.
Dutch Darts Championship 2026: Spielmodus und Ausgangslage der ersten Runde
Die Dutch Darts Championship im MECC Maastricht ist das 15. und letzte Turnier der European Tour in diesem Jahr. Von den 48 Spielern steigen die 16 besten der PDC Order of Merit erst in der zweiten Runde ein. Springer hat sich über die Rangliste der Pro Tour qualifiziert, Williams über den Tour Card Holder Qualifier am 24. September, wo er sich im entscheidenden Spiel mit 6:3 gegen Mike De Decker durchsetzte. Die Partie steht im Abendprogramm, das um 19 Uhr beginnt, und der Sieger trifft am Samstag auf Gerwyn Price.
Bis einschließlich Viertelfinale geht jedes Spiel über Best of 11 Legs, wer zuerst sechs Legs gewinnt, ist weiter. Ein glatter Sieg ist nach sechs oder sieben Legs vorbei, eine enge Partie dauert bis zu elf. Für Wetten auf 180er ist diese Spanne der wichtigste Rahmen, denn jedes weitere Leg bringt beiden Spielern weitere Aufnahmen.
Druck von der Rangliste hat Springer nicht. Für die European Championship in Dortmund vom 22. bis 25. Oktober ist er bereits sicher qualifiziert. Das Turnier kennt er gut: 2025 stand er im Finale und verlor es mit 6:8 gegen Jonny Clayton. Williams hat in diesem Jahr dagegen erst ein Turnier der European Tour gespielt, im März schied er dort in der ersten Runde mit 2:6 gegen Ricky Evans aus.
Niko Springer und seine schwankende Form
Springer ist 26, kommt aus Mainz und wird „Meenzer Bub“ genannt. In der Weltrangliste steht er auf Platz 36. Seinen bisher einzigen Titel auf der European Tour holte er 2025 bei der Hungarian Darts Trophy.
An guten Tagen punktet er auf dem Niveau der Spitze. Im Juli spielte er auf der European Tour gegen Darius Labanauskas einen Average von 105,21 und am Tag danach gegen Gian van Veen 102,84, Anfang September gegen Martin Homola 102,48. Gegen Luke Littler verlor er kurz darauf 4:6, obwohl er 98,56 spielte.
Seit September trifft er das Double jedoch deutlich schlechter. Von 71 Darts auf ein Double fanden nur 17 ihr Ziel, und von seinen sechs Partien in diesem Zeitraum gewann er drei, den World Grand Prix nicht mitgerechnet. In Basel verlor er am vergangenen Samstag 0:6 gegen van Veen, obwohl er einen Average von 92,59 spielte. Zum Auschecken kam er nur mit zwei Darts und traf keinen davon, van Veen verwandelte 6 von 9, weshalb Springer dort kaum Chancen bekam, selbst Legs zu gewinnen.
Auf der European Tour zieht sich seit Juli ein klares Muster durch. Alle fünf Spiele der ersten Runde hat Springer gewonnen, alle fünf der zweiten Runde verloren, zweimal gegen van Veen, dazu gegen Ryan Searle, Littler und Nathan Aspinall. In Maastricht wartet in Runde eins aber ein Gegner, der im September Michael van Gerwen und Danny Noppert geschlagen hat.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average | 180er |
|---|---|---|---|---|---|
10.10.2026 | Swiss Darts Trophy | 2. Runde | 0:6 gegen Gian van Veen | 92,59 | 0 |
09.10.2026 | Swiss Darts Trophy | 1. Runde | 6:1 gegen Roman Wellinger | 76,92 | 1 |
28.09.2026 | World Grand Prix | 1. Runde | 1:2 Sätze gegen Danny Noppert | 83,58 | 5 |
12.09.2026 | Flanders Darts Trophy | 2. Runde | 1:6 gegen Nathan Aspinall | 88,78 | 1 |
11.09.2026 | Flanders Darts Trophy | 1. Runde | 6:1 gegen Jaimy Jacobs | 81,51 | 3 |
Scott Williams: starker September mit dem Finale bei Players Championship 30
Williams ist 36, kommt aus England und wird „Shaggy“ genannt. In der Weltrangliste steht er auf Platz 50. Sein bisher einziger Titel auf der Pro Tour ist Players Championship 17 aus dem Jahr 2022. In diesem Jahr gelangen ihm bei Players Championships zwei 9-Darter, im Juli gegen Gabriel Clemens und gegen Callan Rydz.
Seit September läuft es für ihn deutlich besser als im Sommer. Er hat 11 von 13 Partien gewonnen, mit einem Average von 96,56 und 45,09 Prozent Treffern auf das Double. Bei Players Championship 30 schlug er nacheinander Mensur Suljović, Noppert, Richard Veenstra mit einem Average von 110,41, Tommy Lishman, van Gerwen mit 6:2 und Jermaine Wattimena. Erst im Finale verlor er 7:8 gegen Karel Sedláček, obwohl er dort neun 180er warf. Einen Tag später holte er sich im Qualifier den Platz in Maastricht.
Der August lief dagegen schwach. Von vier Partien gewann Williams nur eine, mit Averages zwischen 80,77 und 93,88. Auf der European Tour fehlt ihm in diesem Jahr die Praxis, und seine letzte Partie spielte er am 24. September.
Datum | Turnier | Runde | Ergebnis | Average | 180er |
|---|---|---|---|---|---|
24.09.2026 | Tour Card Holder Qualifier | Finale | 6:3 gegen Mike De Decker | 90,44 | 1 |
24.09.2026 | Tour Card Holder Qualifier | Halbfinale | 6:3 gegen Adam Gawlas | 91,41 | 4 |
24.09.2026 | Tour Card Holder Qualifier | Viertelfinale | 6:2 gegen Marvin Kraft | 93,05 | 3 |
23.09.2026 | Players Championship 30 | Finale | 7:8 gegen Karel Sedláček | 96,25 | 9 |
23.09.2026 | Players Championship 30 | Halbfinale | 7:4 gegen Jermaine Wattimena | 99,95 | 6 |
Niko Springer vs. Scott Williams im direkten Vergleich
Springer und Williams haben dreimal gegeneinander gespielt, Williams gewann zwei dieser Partien. Das jüngste Duell liegt fast zwei Jahre zurück: In der ersten Runde der WM setzte sich Williams im Dezember 2024 mit 3:1 nach Sätzen durch, obwohl Springer mit 98,92 den höheren Average spielte. Entschieden hat das Double, Springer traf 7 von 30 Darts, Williams 9 von 22.
Datum | Turnier | Ergebnis | Average Springer | Average Williams | 180er Springer | 180er Williams |
|---|---|---|---|---|---|---|
19.12.2024 | PDC-WM, 1. Runde | 1:3 Sätze | 98,92 | 96,24 | 7 | 9 |
19.04.2024 | European Tour, 1. Runde | 1:6 | 83,78 | 88,42 | 0 | 0 |
31.03.2023 | European Tour, 1. Runde | 6:4 | 99,65 | 97,81 | 4 | 2 |
Über dieselbe Distanz wie in Maastricht trafen sie sich zweimal auf der European Tour, 2023 gewann Springer 6:4, 2024 Williams 6:1. Beide Partien liegen zu lange zurück, um für Freitag viel zu sagen. Springer hat seitdem einen Titel auf der European Tour gewonnen und bei diesem Turnier im Finale gestanden, Williams spielt erst seit diesem September so stark wie jetzt. Mehr über die Partie verraten die Ergebnisse beider aus den vergangenen Wochen.
Niko Springer vs. Scott Williams Tipp
Niko Springer – Scott Williams
- Über 4,5 180er
- Quote: 1,59
Tipp: Über 4,5 180er
Fünf 180er braucht die Partie für diesen Tipp, gleich von wem, und den größeren Teil davon dürfte Williams beisteuern. Seit August wirft er in Partien über Best of 11 mehr als einmal in drei Legs einen 180er, 49 in 137 Legs. In 9 seiner 15 Partien über diese Distanz fielen fünf oder mehr. Bei Players Championship 29 und 30 kam er auf sechs gegen Veenstra und sechs gegen Niels Zonneveld, im Finale über Best of 15 auf neun.
Dazu kommt die Länge der Partie. Williams' Spiele über Best of 11 dauern seit Juli im Schnitt 9,24 Legs, und je länger eine Partie läuft, desto näher rückt der fünfte 180er. Bei Springer gab es in Partien über neun bis elf Legs in 7 von 12 Fällen fünf oder mehr, bei Williams in 11 von 21. Rechnet man die 180er beider Spieler pro Leg seit Juli zusammen, liegt der Wert bei neun Legs knapp über fünf.
Springer selbst hält gegen Gegner, die viel punkten, meist lange mit. Seine Partien gegen Littler, Searle und im Juli gegen van Veen gingen über neun oder zehn Legs und brachten acht, sieben und sieben 180er, selbst das 1:6 gegen Aspinall kam auf fünf.
Gegen den Tipp spricht Springers eigene Bilanz. Nur in 8 seiner 22 Partien über Best of 11 seit Juli fielen fünf oder mehr 180er, und zuletzt warf er selbst kaum welche: einen gegen Aspinall, einen gegen Wellinger, keinen beim 0:6 gegen van Veen. Die meisten Partien unter der Linie waren aber kurze Siege gegen Gegner der ersten Runde, die selbst keinen 180er warfen, so Wellinger, Jacobs, Homola und Labanauskas. In Partien mit höchstens acht Legs kam Springer nur in einem von zehn Fällen über die Linie. Gegen Williams fällt dieser Fall weg, denn der Engländer bringt die 180er mit, die Springers Gegner in der ersten Runde nicht geworfen haben. Dazu kommt, dass Springer an einem guten Tag selbst viele 180er werfen kann und in einer wahrscheinlich engen Partie gegen Williams einige Gelegenheiten dafür bekommen wird.
Williams punktet seit September besser als im Sommer, Springers Partien gegen starke Gegner lagen zuletzt meist über der Linie, und bei beiden gingen die Spiele häufiger über neun oder mehr Legs als über sechs bis acht. Deshalb hat die 180er Wette auf diese Partie gute Chancen.
Spielprognose und Fazit
Beide Spieler schwanken zurzeit stark von Partie zu Partie. Springer spielte im Juli 105,21 gegen Labanauskas und 102,84 gegen van Veen, seit September dagegen nur 81,51 gegen Jacobs und 76,92 gegen Wellinger, und am Double lässt er seit September viele Legs liegen. Williams verlor im August drei von vier Partien, mit Averages bis hinunter auf 80,77, und kam wenige Wochen später bei Players Championship 30 gegen Veenstra auf 110,41. Im Qualifier am Tag danach lagen seine Averages schon wieder nur zwischen 90,44 und 93,05.
Dass beide auch sehr gut spielen können, haben sie zuletzt gegen starke Gegner gezeigt. Williams schlug im September van Gerwen und Noppert, Springer hielt gegen Littler und Searle bis zum 4:6 mit. Einen klaren Favoriten gibt es deshalb nicht. Wir erwarten eine enge Partie über neun oder mehr Legs, die am Ende jeder der beiden gewinnen kann. Für den Tipp passt das gut, denn je länger die Partie läuft, desto mehr Aufnahmen haben beide für den fünften 180er, und Williams bringt zurzeit in den meisten Partien mehrere davon mit.