PDC Womens Series: Saison, Order of Merit und Wetten auf die Turniere

Zur PDC Womens Series findet man schnell Termine, Ergebnislisten, Preisgeld und den Stand der Order of Merit. Wer auf ihre Turniere wetten will, braucht etwas anderes: ein Bild davon, wer in diesen Feldern aufeinandertrifft, wann eine Favoritin wirklich in Gefahr ist und welche Wette zu welchem Abschnitt eines Turniers passt. Das lässt sich an einer kompletten Saison nachzählen, Partie für Partie. Dieselbe Saison zeigt auch, wo in der Order of Merit tatsächlich um die Startplätze bei der WM gespielt wird.
Saison und Preisgeld der PDC Womens Series
Die PDC Womens Series, die Serie der PDC für Spielerinnen, wird an wenigen Wochenenden im Jahr gespielt, an denen jeweils mehrere Turniere hintereinander stattfinden. In der Saison 2026 waren es 24 Turniere auf sechs Wochenenden, je zwei am Samstag und zwei am Sonntag, gespielt in Hildesheim, Leicester und Wigan. Los ging es Anfang Februar in Hildesheim, die letzten vier Turniere fielen auf ein Wochenende Mitte Oktober in Wigan. Für Wetten heißt das: An einem Wochenende werden vier Turniere mit vier Siegerinnen entschieden, danach ist mehrere Wochen Pause.
Jedes Turnier war 2026 mit 15.000 Pfund dotiert. Verteilt wird das Geld nach der Runde, in der eine Spielerin ausscheidet:
Ergebnis | Preisgeld (Pfund) |
|---|---|
Aus in der Runde der letzten 128 | 0 |
Aus in der Runde der letzten 64 | 75 |
Aus in der Runde der letzten 32 | 200 |
Aus im Achtelfinale | 300 |
Aus im Viertelfinale | 500 |
Aus im Halbfinale | 750 |
Finale verloren | 1.000 |
Titel | 2.500 |
Ein Titel bringt gut das 33-Fache eines Ausscheidens in der Runde der letzten 64, und die acht Spielerinnen ab dem Viertelfinale teilen sich 7.000 der 15.000 Pfund. Weil die Rangliste der Serie genau dieses Preisgeld zählt, bewegen sie vor allem Titel und Finals; wer früh ausscheidet, kommt dort kaum voran.
Wer in der ersten Runde verliert, geht leer aus. Die Felder lagen 2026 zwischen 83 und 107 Spielerinnen, volle 128 gab es bei keinem Turnier. Je nach Feld bekamen deshalb 21 bis 45 Spielerinnen ein Freilos und stiegen erst in der Runde der letzten 64 ein. Verlieren sie dort ihre erste Partie, rechnet die Rangliste ihnen nur das Preisgeld der Runde davor an, und das ist null. In der Rangliste zählt ein Freilos aus der Auslosung also erst, wenn die Spielerin danach auch die nächste Partie gewinnt.
Order of Merit der PDC Womens Series: Startplätze und das Rennen um die WM
Die Order of Merit der PDC Womens Series ist eine Rangliste nach Preisgeld. Sie zählt alles Preisgeld, das eine Spielerin bei den Turnieren eines Kalenderjahres gewinnt, und beginnt mit jeder Saison bei null. Nach den Regeln für 2026 vergibt sie am Saisonende diese Startplätze:
- WM: eine Einladung für die ersten drei
- WM: einen zusätzlichen Platz, wenn die Siegerin des Women's World Matchplay schon über einen anderen Weg qualifiziert ist
- Grand Slam of Darts: einen Startplatz für die Erste
- Q School: Start ohne Gebühr im folgenden Jahr für die besten acht startberechtigten Spielerinnen
Ist eine Spielerin schon anders für die WM qualifiziert oder lehnt sie ab, rückt die Nächste der Rangliste nach, bis alle Plätze vergeben sind. Für den Women's World Matchplay gibt es eine eigene Rangliste, die das Preisgeld der Serie aus den jeweils letzten 52 Wochen zählt. Ins Feld kommen dort zuerst bis zu acht der bestplatzierten startberechtigten Spielerinnen mit Tour Card, die übrigen Plätze füllt diese Rangliste. Beide Ranglisten können deshalb verschieden aussehen: Ein starker Herbst im Vorjahr hilft einer Spielerin beim Matchplay noch, in der Order of Merit zählt er nicht mehr.
Am Ende der Saison 2026 sah die Spitze der Order of Merit so aus:
Platz | Spielerin | Preisgeld (Pfund) | WM über die Rangliste |
|---|---|---|---|
1 | Beau Greaves | 44.700 | nein, anders qualifiziert |
2 | Lisa Ashton | 18.700 | ja |
3 | Fallon Sherrock | 14.150 | ja |
4 | Gemma Hayter | 11.400 | ja |
5 | Vicky Pruim | 9.200 | ja |
6 | Deta Hedman | 7.300 | nein |
Beau Greaves lag am Saisonende 26.000 Pfund vor der Zweiten, das ist mehr als das Preisgeld von zehn Titeln. Um Platz eins ging es in dieser Saison nicht. Weil Greaves ihren Startplatz bei der WM schon über einen anderen Weg sicher hatte, rückten die Plätze nach unten durch: Die drei Plätze der Rangliste und der zusätzliche Platz gingen an die Spielerinnen auf den Plätzen zwei bis fünf. Wer auf die Darts WM wettet, findet dort also fünf Spielerinnen aus der Serie, Greaves eingeschlossen. Auch den Startplatz beim Grand Slam of Darts bekam 2026 die Zweite, weil Beau Greaves schon als Finalistin der World Youth Championship 2025 für das Turnier qualifiziert war.
Das eigentliche Rennen lief hinter der Führenden, und es war eng. Zwischen Platz drei und Platz vier lagen 2.750 Pfund, zwischen Platz vier und Platz fünf 2.200 Pfund, also jeweils ungefähr ein Titel. Entschieden wurde es zwischen Platz fünf und Platz sechs: Vicky Pruim sicherte sich den letzten Startplatz erst am letzten Wochenende der Saison, Deta Hedman fehlten am Ende 1.900 Pfund, weniger als ein einziger Titel einbringt. Hinter einer Spitze, die niemand mehr einholt, können in dieser Serie ein Titel oder zwei verlorene Finals darüber entscheiden, wer zur WM fährt. Wer das Rennen verfolgt, zählt deshalb vor dem letzten Wochenende zuerst, wie viele Plätze die Rangliste vergibt und wer schon anders qualifiziert ist, und rechnet dann den Abstand zur ersten Spielerin ohne Startplatz in Titel und Finals um.
Startrecht und Auslosung: wer im Feld steht
Melden darf jede Spielerin ab ihrem 16. Geburtstag, solange sie am Stichtag des Turniers nicht zu den besten 64 der Weltrangliste der PDC gehört; das Startgeld beträgt 30 Pfund je Turnier. Das Feld ist dadurch breit gemischt. Spielerinnen, die auch auf der ProTour antreten, stehen neben vielen Amateurinnen. Beau Greaves etwa gewann 2026 auch ein Players Championship, also ein Turnier der ProTour. Für Wetten auf die PDC Womens Series heißt das, dass die Spitze in den ersten Runden auf Gegnerinnen trifft, die im Average weit unter ihr spielen.
Ausgelost wird jedes Turnier offen, ohne Setzliste, und keine Spielerin steigt wegen ihres Platzes in einer Rangliste erst später ein. An einem Wochenende wird also viermal neu gelost. Die Besten können sich deshalb schon in der ersten Runde begegnen. Das bleibt die Ausnahme, aber es kommt vor: 2026 standen sich in 39 der 2.068 Partien bis zum Achtelfinale zwei Spielerinnen aus den ersten acht der späteren Rangliste gegenüber, darunter Greaves und Ashton. Vor einer Wette auf die Favoritin steht deshalb der Blick in die Auslosung des jeweiligen Turniers, denn ihr Weg kann bis zum Viertelfinale ganz durch die Breite des Feldes führen oder schon in der ersten Runde auf eine Gegnerin aus der Spitze treffen.
Frühe Phase bis zum Achtelfinale: Best of 7 und große Abstände
Bis einschließlich Achtelfinale geht jede Partie über Best of 7 Legs: Wer zuerst vier Legs gewinnt, ist weiter. In diesen Runden trifft die Spitze der Serie meist auf Spielerinnen aus der Breite des Feldes, und der Unterschied im Average ist so groß, dass selten offen ist, wer gewinnt.
Das zeigt die Saison 2026, gezählt über alle Partien der 24 Turniere von der ersten Runde bis zum Achtelfinale. Beau Greaves, mit großem Abstand die Erste der Order of Merit, spielte in diesen Runden 77 Partien, lag im Schnitt rund 20 Punkte im Average vor ihrer Gegnerin und verlor nur zwei davon. Auch die übrigen Spielerinnen aus den ersten acht der Rangliste am Saisonende kamen gegen den Rest des Feldes fast immer weiter: Von 490 solchen Partien gewann die schlechter platzierte Spielerin nur 52, gut jede zehnte. Wer in diesen Runden auf den Sieg der Favoritin wettet, liegt deshalb fast immer richtig.
Ihre zwei Niederlagen in diesen Runden hatten verschiedene Gründe. Im März verlor Greaves 1:4 gegen Fallon Sherrock, obwohl sie über 100 Average spielte; Sherrock warf an diesem Tag noch etwas besser. Gegen Lisa Ashton wäre ihr am letzten Wochenende der Saison in Wigan beinahe dasselbe passiert: Ashton führte 3:1, vergab mehrere Matchdarts und im Entscheidungsleg weitere Chancen, ehe Greaves noch 4:3 gewann. Gegen eine Spielerin aus der Spitze kann eine Partie also auch über Best of 7 kippen. Im Juni lag es dagegen an Greaves selbst: Gegen Angela Kirkwood blieb sie mit 81 Average rund sieben Punkte unter ihrem Schnitt in diesen Runden und verlor 3:4, obwohl Kirkwood noch schwächer warf. Einen solchen Tag sieht vor der Partie niemand kommen, und in 77 Partien kam er einmal vor. Eine Wette gegen die Favoritin hat in dieser Phase deshalb nur dann Grundlage, wenn die Auslosung ihr früh eine Spielerin wie Sherrock oder Ashton bringt.
Gegen die Breite des Feldes bleibt bei der Favoritin vor allem offen, wie deutlich sie gewinnt. Eine Ergebniswette auf ihr 4:0 gewinnt nur, wenn sie kein Leg abgibt, und eine Wette auf unter 4,5 Legs nur, wenn die Partie 4:0 endet. Ein Handicap von −2,5 Legs gewinnt auch noch beim 4:1. Bei Greaves war das 4:0 in diesen Runden der häufigste Endstand: 45 ihrer 77 Partien endeten 2026 so, mehr als alle anderen Ergebnisse zusammen, während im ganzen Feld nur jede dritte Partie bis zum Achtelfinale zu null ausging. In den ersten Runden, gegen die schwächsten Gegnerinnen, ist die Ergebniswette auf ihr 4:0 deshalb der naheliegende Tipp.
Je weiter ein Turnier läuft, desto stärker werden allerdings die Gegnerinnen. Bei Greaves kamen sie 2026 in der Runde der letzten 128 im Schnitt auf rund 57 Average, im Achtelfinale schon auf rund 73, und damit steigt die Chance, dass eine von ihnen wenigstens ein Leg holt. Im Achtelfinale ist das Handicap von −2,5 Legs deshalb die sicherere Wette auf die Favoritin, weil es ein abgegebenes Leg noch verkraftet, während die Ergebniswette auf 4:0 und die Wette auf unter 4,5 Legs damit schon verloren sind. Dafür ist seine Quote niedriger, denn es gewinnt in mehr Ausgängen.
Späte Phase ab dem Viertelfinale: Best of 9 und knappere Partien
Ab dem Viertelfinale wird über Best of 9 Legs gespielt, also bis fünf gewonnene Legs, und vor allem ändert sich die Besetzung. Duelle zwischen zwei Spielerinnen aus den ersten acht der Rangliste waren 2026 in der frühen Phase eine Seltenheit, in der späten machten sie fast ein Drittel der Partien aus. Je mehr Legs eine Partie hat, desto verlässlicher setzt sich ein Vorteil im einzelnen Leg im Endergebnis durch. Neun Legs sind dafür immer noch eine kurze Strecke, und wenn zwei Spielerinnen im Niveau nah beieinanderliegen, bleibt ein kleiner Vorsprung pro Leg über diese Distanz eine offene Sache.
Saison 2026 | Frühe Phase (Best of 7) | Späte Phase (Best of 9) |
|---|---|---|
Partien | 2.068 | 168 |
Siege zu null | 32,9 % | 16,7 % |
Partien im Entscheidungsleg | 16,5 % | 20,8 % |
Siege der Spielerin mit dem höheren Average | 89,0 % | 86,3 % |
Duelle unter den ersten acht der Rangliste | 1,9 % | 31,0 % |
Siege gegen die ersten acht durch Spielerinnen dahinter | 10,6 % | 19,0 % |
Beau Greaves: gewonnene Partien | 75 von 77 | 53 von 56 |
Siege zu null waren in der späten Phase nur halb so häufig, das Entscheidungsleg kam öfter vor, und Spielerinnen hinter den ersten acht gewannen fast doppelt so oft gegen die Spitze wie in der frühen Phase. Das traf auch die Favoritin. Ihr Vorsprung im Average schrumpfte auf knapp zwölf Punkte, und an einem Sonntag im Mai verlor sie in beiden Turnieren des Tages eine Partie dieser Phase im Entscheidungsleg: 4:5 gegen Rhian O'Sullivan, obwohl sie mit 88,70 zu 83,36 den höheren Average spielte, und 4:5 gegen Gemma Hayter. Eine Siegwette auf die Außenseiterin hat in dieser Phase deshalb mehr Grundlage als vorher, ebenso eine Ergebniswette auf einen knappen Endstand.
Am meisten sprach 2026 für die knappe Ergebniswette im Viertelfinale. Dort war der Abstand im Average mit 6,12 Punkten am kleinsten, und 25 der 96 Viertelfinals gingen über die volle Distanz, gut jedes vierte. Im Halbfinale war es jedes sechste, im Finale nur zwei von 24. Wer auf ein 5:4 setzen will, sucht es nach diesen Zahlen im Viertelfinale und nicht im Finale.
Im Finale waren knappe Ausgänge dagegen selten. Alle 24 Finals der Saison gewann die Spielerin, die an diesem Tag den höheren Average spielte. Sieben Finals endeten 5:0, mehr als dreimal so viele wie 5:4. Greaves erreichte 18 Finals und gewann 17; ihre einzige Niederlage in einem Finale war ein 1:5 gegen Lisa Ashton, die an diesem Tag besser warf. Die übrigen sechs Titel gingen an andere, weil Greaves fehlte oder vor dem Finale ausschied: Zweimal trat sie nicht an, viermal schied sie früher aus, und in diesen sechs Turnieren gewannen fünf verschiedene Spielerinnen. Für die Langzeitwette auf den Turniersieg zählt deshalb zuerst, ob die Favoritin überhaupt antritt. Fehlt sie, ist das Turnier wirklich offen, und erst dann hat der Tipp auf eine andere Siegerin echte Grundlage. Dasselbe gilt, sobald sie während des Turniers ausscheidet.
Ein Wochenende der PDC Womens Series: vier Turniere in zwei Tagen
An jedem Tag eines Wochenendes werden zwei Turniere gespielt. 2026 hing die Auslosung für das erste Turnier um 9.30 Uhr aus, eine halbe Stunde später wurde schon gespielt; wer nur im zweiten Turnier des Tages antrat, musste sich bis 12.30 Uhr anmelden, die Auslosung dafür konnte also erst danach feststehen. Für den Blick in die Auslosung vor einer Wette bleibt beim ersten Turnier des Tages also nur eine halbe Stunde. Wer an einem Tag beide Finals erreicht, kommt auf bis zu 14 Partien. Greaves spielte 2026 an vier Tagen genau diese 14 Partien, Lisa Ashton an einem. Wer an einem Wochenende der PDC Womens Series vorne mitspielen will, muss das an zwei Tagen hintereinander schaffen, über Best of 7 und Best of 9 und jedes Mal nach einer neuen Auslosung. Die Favoritin hielt das aus: Greaves gewann im Februar und im Oktober alle vier Turniere eines Wochenendes, und an jedem Wochenende, an dem sie alle vier spielte, mindestens zwei. Wer auf das vierte Turnier eines Wochenendes wettet, kann die Favoritin also nicht schon deshalb abschreiben, weil sie drei Turniere in den Beinen hat.
Vier ihrer fünf Niederlagen fielen allerdings auf einen Sonntag: die zwei Niederlagen im Entscheidungsleg im Mai, dazu im Juni , das verlorene Finale und am selben Tag ein 3:4 in der frühen Phase. Müdigkeit lässt sich daraus trotzdem nicht ablesen. Sonntags spielte Greaves im Mittel 89,50 Average in 72 Partien, samstags 87,88 in 61, am Sonntag also sogar mehr. In drei ihrer fünf Niederlagen lag ihr Average unter dem der Gegnerin, in zwei darüber, und drei der vier Niederlagen am Sonntag fielen erst im letzten Leg. Für eine Wette gegen die Favoritin am Sonntag gibt ihr Average also keinen Grund her. Mehr spricht für die späte Phase eines Turniers, denn dort gingen Partien öfter ins Entscheidungsleg als in der frühen, und dort fielen auch drei ihrer fünf Niederlagen.
Am Sonntag waren die Felder 2026 etwas kleiner, aber nicht viel. An den Wochenenden im Juni und August war das kleinste Feld am Sonntag nur neun Spielerinnen kleiner als das größte am Samstag. Die frühe Phase bleibt damit auch am Sonntag ein Duell der Spitze mit der Breite des Feldes, und die Überlegungen zu Handicap und 4:0 gelten an beiden Tagen.