Rob Cross – Ryan Searle Tipps und Prognose am 17.09.2026

Rob Cross und Ryan Searle stehen sich am Donnerstagabend in Amsterdam zum sechzehnten Mal in acht Jahren gegenüber. Cross führt die Bilanz mit 10:5 an und spielte dieses Turnier 2020 bis ins Finale, musste sich diesmal aber über den Qualifier ins Feld kämpfen. Searle steht in der Order of Merit sieben Plätze vor ihm und gibt in Amsterdam trotzdem sein Debüt bei einem Turnier der World Series. Gespielt wird Best of 11 Legs, die kürzeste Distanz des gesamten Turniers.
Rob Cross: bestes Jahr seit 2023, aber Schwächen bei den Majors
Cross hat 2026 bisher 78 seiner 120 Partien gewonnen, das sind 65 Prozent und sein bester Wert seit 2023. Sein Average der letzten zwölf Monate liegt bei 95,17, damit steht er auf Rang 15 der besten 32 Spieler. Über die letzten 20 Partien sind es 96,55, er hat sich zuletzt also noch einmal gesteigert.
Der auffälligste Wert in seinem Profil betrifft den Anwurf. Cross wirft gegen den Anwurf einen Average von 96,57 und mit eigenem Anwurf nur 93,93 – er legt 2,64 Punkte zu, wenn er hinterherlaufen muss. Für ein kurzes Format ist das gut zu gebrauchen, weil genau aus solchen Phasen die Breaks entstehen. Seine 41,19 Prozent beim Checkout und 343 geworfene 180er in zwölf Monaten passen ins Bild eines Spielers, der aus dem Scoring heraus Druck aufbaut.
Den Weg nach Amsterdam hat er sich am 24. August über den World Series Finals Tour Card Qualifier erarbeitet, und das mit vier überzeugenden Siegen: 6:0 gegen Carl Sneyd, 6:2 gegen Brendan Dolan mit 100,55 im Average, 6:5 gegen Peter Wright und 6:3 im Finale gegen Dirk van Duijvenbode. Kein Spiel unter 98 im Average. In Antwerpen folgten vor wenigen Tagen Siege gegen Cristo Reyes (6:3) und Martin Schindler (6:4), ehe Wade ihn im Decider stoppte.
Die andere Seite gehört genauso dazu. Auf der großen Bühne liefert Cross seit einem Jahr weniger ab als auf der Pro Tour: 93,69 im Average bei den Fernsehturnieren, spürbar unter seinem Gesamtschnitt, dazu eine Bilanz von 10:8. Sein bestes Major-Ergebnis der letzten zwölf Monate ist ein Viertelfinale bei den UK Open, das er mit 9:10 gegen Wade abgab. Bei den Players Championship Finals schied er in Runde 1 mit 85,88 gegen Sebastian Bialecki aus, beim World Grand Prix warf er in zwei Partien 81,73 und 81,27. Bei diesem Turnier selbst steht seine Bilanz bei 9:7 aus 16 Partien, fünf seiner sieben Auftaktspiele hat er gewonnen. 2025 schlug er Haupai Puha 6:3 und verlor danach 5:6 gegen Michael van Gerwen.
Ryan Searle: Das Debüt bei der World Series
Searle ist mit 38 Jahren drei Jahre älter als Cross und steht auf Rang 14 der Order of Merit. Sein Average der letzten zwölf Monate liegt bei 94,89, Rang 16. 2026 hat er 53 von 84 Partien gewonnen, 63 Prozent.
Sein stärkstes Ergebnis liegt erst acht Monate zurück und ist das beste beider Spieler in diesem Zeitraum: das WM-Halbfinale Anfang Januar. Auf dem Weg dorthin ließ er Chris Landman und Brendan Dolan jeweils ohne Satzgewinn stehen, schlug Martin Schindler 4:0 mit einem Average von 102,29, James Hurrell 4:0 mit 100,57 und Jonny Clayton im Viertelfinale 5:2. Erst Luke Littler stoppte ihn mit 6:1. Bei den Fernsehturnieren steht er seitdem bei 11:7 und damit besser als Cross, sein Average dort beträgt 93,82.
Beim Anwurf ist sein Profil flach: 94,84 mit eigenem Anwurf, 94,95 gegen den Anwurf. Bei ihm macht es praktisch keinen Unterschied, wer ein Leg beginnt. Beim Checkout liegt er bei 40,95 Prozent, in zwölf Monaten kommt er auf 301 180er.
Zwei Punkte sprechen gegen ihn. Der erste ist die aktuelle Form: In seinen letzten zehn Partien liegt sein Average bei 94,45, und in keiner einzigen davon hat er die 100 geknackt. In Antwerpen schlug er Andy Baetens 6:2 und verlor dann gegen Dobey. Der zweite Punkt ist die Bühne. Searle hat in seiner Laufbahn noch nie ein Hauptturnier der World Series gespielt. Zweimal hat er es über den Qualifier versucht, 2018 scheiterte er im Finale an Steve Beaton, 2019 im Achtelfinale an Clayton. Der Donnerstag ist sein Debüt bei diesem Turnier.
Rob Cross vs. Ryan Searle H2H
Seit November 2018 haben die beiden fünfzehnmal gegeneinander gespielt, zehn Partien gingen an Cross. Sein Average in diesen Duellen beträgt 96,86, er wirft gegen Searle also besser als im Schnitt. Seine beste Leistung zeigte er 2024 beim World Matchplay: 11:6 bei einem Average von 106,99.
Das jüngste Kapitel spricht allerdings für Searle. Am 24. Mai 2026 gewann er das Halbfinale der European Tour 7 mit 7:6 – gegen einen Cross, der an diesem Abend 100,10 warf und trotzdem verlor. Das ist kein Einzelfall: Vier der fünf Searle-Siege fielen bei einem Cross-Average von 94,55 oder höher. Searle schlägt ihn also auch dann, wenn Cross gut spielt. Ende Januar drehte Cross die Reihenfolge bei den Masters um und gewann mit 3:1, dabei allerdings mit schwachen 91,13.
Begegnung | Turnier | Sieger | Ergebnis |
|---|---|---|---|
24.05.2026 | European Tour 7, Halbfinale | Searle | 7:6 |
30.01.2026 | Masters, Runde 1 | Cross | 3:1 |
15.10.2024 | Players Championship 27 | Searle | 6:4 |
17.07.2024 | World Matchplay, Achtelfinale | Cross | 11:6 |
10.03.2024 | European Tour 1, Viertelfinale | Cross | 6:2 |
01.11.2023 | Players Championship 29 | Cross | 6:2 |
23.04.2023 | European Tour 5, Achtelfinale | Searle | 6:3 |
03.04.2022 | Players Championship 11, Halbfinale | Searle | 7:6 |
Die Wett-Tipps zu Rob Cross gegen Ryan Searle
Rob Cross – Ryan Searle
- Sieg Rob Cross
- Quote: 1,78
- Höchstes Checkout über 99,5
- Quote: 1,40
Tipp 1: Sieg Rob Cross. Der Ausgangspunkt ist die Bilanz von 10:5 und der Umstand, dass Cross sich in den letzten Wochen stark verbessert hat. Das zeigen auch die Statistiken: 96,55 im Average über die letzten 20 Partien gegen 95,33 bei Searle, vier klare Qualifier-Siege Ende August, zwei gewonnene Runden in Antwerpen. Der eigentliche Grund liegt aber im kurzen Format. Über Best of 11 entscheidet meist ein einziges Break, und dafür bringt Cross die passende Eigenschaft mit: Gegen den Anwurf wirft er 96,57 und damit deutlich mehr als mit eigenem Anwurf, während Searle in beiden Werten gleichauf liegt. Wenn Searle seinen Anwurf abgeben muss, trifft er auf den stärkeren Cross; umgekehrt gilt das nicht.
Hinzu kommt die Erfahrung mit diesem Turnier: Cross hat fünf seiner sieben Auftaktspiele hier gewonnen und stand 2020 im Finale, während Searle zum ersten Mal überhaupt bei einem Turnier der World Series antritt. Dagegen spricht einiges: Searle ist der in der Order of Merit höher platzierte Spieler, hat im Januar das WM-Halbfinale erreicht und weist bei den Fernsehturnieren mit 11:7 die bessere Bilanz auf als Cross mit 10:8. Er hat das letzte Duell gewonnen, und Cross' Major-Ergebnisse der letzten zwölf Monate sind dünn. Das ist deshalb kein klarer Favoritentipp, sondern eine knappe Entscheidung zugunsten des Spielers mit der besseren Bilanz gegen genau diesen Gegner und dem passenderen Profil für diese Distanz.
Tipp 2: Höchstes Finish über 99,5. Gewertet wird das höchste Finish der gesamten Partie, unabhängig davon, wer es wirft. Damit genügt ein einziges Checkout von 100 oder mehr. In Partien über Best of 11 hat Cross in den letzten zwölf Monaten in 60 von 124 Fällen ein Finish von 100 oder höher getroffen, das sind 48,4 Prozent; bei Searle sind es 44 von 90 und damit 48,9 Prozent.
Für den Tipp spricht zusätzlich die Bühne. Bei den Fernsehturnieren liegen beide höher – Cross bei 10 von 16 Partien, Searle bei 13 von 18. Beide haben in den letzten zwölf Monaten ein 170er-Finish getroffen, und in den zwei Duellen dieses Jahres wurde die Vorgabe zweimal übertroffen: 170 durch Cross im Halbfinale der European Tour 7 und 113 durch ihn bei den Masters. Dagegen spricht die Länge der Partie. Best of 11 begrenzt die Zahl der Legs, und bei einem kurzen 6:1 fallen Gelegenheiten weg. Cross' letzte 20 Partien liefern nur sieben Finishes über 99, also 35 Prozent – der schwächste Wert in seinem Profil. Auf der European Tour, dem Format, das der 1. Runde am nächsten kommt, steht er bei 40,6 Prozent. Searle hält in seinen letzten 20 Partien dagegen mit 12 Treffern über 99. Der Tipp stützt sich also darauf, dass hier zwei Spieler zusammenkommen, die beide regelmäßig aus hohen Werten auschecken. Deshalb ist der zweite Tipp auch eine Checkout Wette auf ein Finish von 100 oder mehr Punkten.
Fazit und Spielprognose
Die wahrscheinlichste Version dieser Partie ist ein Spiel, das über die volle Distanz geht oder kurz davor endet. Beide gewinnen ihre eigenen Anwurf-Legs in rund zwei von drei Fällen, und ihre gemeinsamen Duelle fielen zuletzt fast durchgängig knapp aus. Ein 6:4 oder 6:5 passt besser ins Bild als ein klarer Durchmarsch in eine Richtung.
Die offene Frage ist, welcher Searle am Board steht. Seine Zahlen aus dem Januar zeigen, dass er auf der großen Bühne mehr als 100 im Average werfen kann, wenn er im Turnier angekommen ist. Sein Problem ist der Start: In seinen letzten zehn Partien kam er kein einziges Mal über 100, und bei diesem Turnier hat er noch kein einziges Leg gespielt. Cross hat dieses Turnier dagegen schon siebenmal gespielt, viermal davon in Amsterdam. Deswegen denke ich, dass Cross sich hier in einer engen Partie durchsetzen wird.