James Wade - Damon Heta Tipps und Prognose am 18.09.2026

Fünf Tage nach ihrem Halbfinale in Antwerpen treffen James Wade und Damon Heta am Freitagabend in Amsterdam erneut aufeinander. Wade kommt als Sieger von Antwerpen und als Nummer 7 der Setzliste, Heta als der Spieler, der dort Michael van Gerwen und Nathan Aspinall geschlagen hat und trotzdem seit einem Jahr auf einen Titel wartet. Gespielt wird über Best of 11 Legs, der Verlierer ist ausgeschieden. Diese kurze Distanz lässt dem Außenseiter mehr Raum als jede spätere Runde des Turniers.
James Wade: drei Titel und seine beste Bilanz seit 2022
Mit 43 Jahren spielt Wade das erfolgreichste seiner letzten fünf Jahre. 65 Siege stehen 31 Niederlagen gegenüber, das sind 68 Prozent; 2022 lag er bei 58 Prozent, 2024 bei 60. In der Order of Merit ist er Sechster mit £679.750. Drei Titel hat er in diesem Jahr gewonnen: Players Championship 1 im Februar, das Australian Darts Masters im August und die Flanders Darts Trophy am vergangenen Sonntag. Der Sieg in Antwerpen war sein erster auf der European Tour seit 2016, damals in Hamburg. Dazu kommt das Finale bei den UK Open, das er mit 7:11 gegen Littler verlor, nach einem Halbfinale gegen Price mit einem Average von 105,53 und elf 180ern.
Seine Stärke liegt nicht alleine im Scoring. Mit einem Average von 94,85 über die letzten zwölf Monate liegt er im Mittelfeld dieses Starterfelds, bei den 180ern kommt er auf 2,46 pro Partie. Wo er das Feld schlägt, ist der Abschluss: Eine Checkout-Quote von 43,02 Prozent und 52,77 Prozent bei den funktionalen Doubles sind jeweils der dritte Wert in diesem Starterfeld. In Antwerpen zeigte sich das im Viertelfinale gegen Noppert, der bei einem Average von 94 nur fünf Darts auf ein Double bekam und 0:6 verlor.
Über Best of 11 steht Wade in den letzten zwölf Monaten bei 61 Siegen und 31 Niederlagen. Im Entscheidungsleg gewann er 14 dieser Partien und verlor 7. Auf der großen Bühne der Fernsehturniere gewann er 14 von 22 Partien bei einem Average von 95,07. Seine letzten zehn Partien liegen im Mittel bei 99,49, seine letzten fünf, alle in Antwerpen, bei 98,09. Nach dem Finale sagte er, er habe genug getan, und es könne wieder zehn Jahre dauern bis zum nächsten Titel auf der European Tour.
In Amsterdam kennt er sich aus. Bei den World Series of Darts Finals hat Wade 12 Siege und 8 Niederlagen gesammelt, 2018 den Titel geholt und dreimal im Halbfinale gestanden. Verlässlich ist er beim Auftakt allerdings nicht: 2021 verlor er 0:6 gegen Mervyn King, im vergangenen Jahr mit 5:6 gegen Luke Humphries.
Gleichmäßig ist dieses Jahr ohnehin nicht: In 26 seiner 124 Partien blieb Wade unter einem Average von 90, genauso oft lag er über 100.
Damon Heta: starker Anlauf, fehlender Abschluss
Bei Heta zeigen die Zahlen in die andere Richtung. Von 2022 bis 2025 gewann der 39-jährige Australier zwischen 65 und 70 Prozent seiner Partien, 2026 sind es 56 Prozent bei 56 Siegen und 44 Niederlagen. In der Order of Merit steht er auf Rang 22 mit £428.250. Nah dran war er mehrfach: Er stand in zwei Endspielen, bei Players Championship 30 gegen Nijman und bei Players Championship 25 gegen Henry Coates, und verlor beide deutlich. Dazu kommen vier verlorene Halbfinals auf der European Tour, gegen Price, Ryan Joyce, Jermaine Wattimena und am Sonntag gegen Wade.
Dass er trotzdem gefährlich ist, hat er in Antwerpen gezeigt. Beau Greaves, van Gerwen und Aspinall schlug er jeweils 6:5, im Achtelfinale gegen Luke Woodhouse spielte er einen Average von 101,38. Im Viertelfinale gegen Aspinall lag seine Checkout-Quote unter 30 Prozent, und er gewann die Partie dennoch, weil er mehrere Matchdarts des Gegners überstand, 81 Punkte über die Double 13 auscheckte und im Entscheidungsleg 129 über das Bull zumachte.
Genau dieses Muster prägt seine Saison. Im Scoring hält Heta mit Wade mit: Average 94,15, First-9-Average 101,74, dazu 838 Aufnahmen von 140 und 1.264 zwischen 131 und 140, in beiden Fällen mehr als Wade. Beim Zumachen verliert er die Partien teilweise. Über Best of 11 kommt er auf 70 Siege und 47 Niederlagen, im Entscheidungsleg steht es dort 10:19 gegen ihn. Gegen den Anwurf gewinnt er nur 40,99 Prozent der Legs, der 25. Wert im Feld.
Die zweite offene Frage ist die Bühne. Bei den Fernsehturnieren der letzten zwölf Monate gewann Heta 4 von 12 Partien bei einem Average von 90,20 und damit rund vier Punkte unter seinem Gesamtwert. Bei den World Series of Darts Finals ist er sechsmal ins Achtelfinale gekommen, 2018, 2019, 2020, 2022, 2024 und 2025, und nie weiter; insgesamt stehen dort 4 Siege und 8 Niederlagen.
James Wade vs. Damon Heta H2H
Elf Begegnungen gab es seit August 2019, sechs davon hat Wade gewonnen. Sein Average in diesen Partien liegt bei 96,32. Über die Distanz dieser Erstrundenpartie sieht es anders aus: Sieben der elf Duelle liefen über Best of 11, und dort führt Heta mit 5:2.
Datum | Turnier und Runde | Distanz | Ergebnis | 180er gesamt |
|---|---|---|---|---|
13.09.2026 | European Tour 13, Halbfinale | Bo13 | Wade 7:4 | 5 |
17.02.2025 | Players Championship 3, Letzte 32 | Bo11 | Wade 6:2 | 3 |
11.06.2024 | Players Championship 11, Letzte 16 | Bo11 | Wade 6:4 | 6 |
01.11.2023 | Players Championship 29, Letzte 16 | Bo11 | Heta 6:3 | 6 |
11.07.2023 | Players Championship 16, Viertelfinale | Bo11 | Heta 6:3 | 3 |
21.10.2022 | Players Championship 26, Letzte 32 | Bo11 | Heta 6:1 | 1 |
Vier dieser sieben Begegnungen über Best of 11 liegen in den Jahren 2019 bis 2022, fünf fanden ohne Publikum auf der ProTour statt. Für die heutigen Spieler taugt die Reihe damit nur als Hinweis, nicht als Maßstab.
Aussagekräftiger ist der Sonntag. Im Halbfinale von Antwerpen führte Wade schnell 4:1 und checkte dabei 124 und 156 Punkte. Als Heta eine 128 zum Ausgleich knapp verpasste, setzte Wade ein 117er-Finish nach. Erst danach ließ er ein Break zu, das Heta nicht nutzen konnte, und machte die Partie in 14 und 13 Darts zu. Wade spielte 97,50, Heta 94,00 bei einem einzigen 180er.
Die Tipps zu James Wade gegen Damon Heta
James Wade – Damon Heta
- Über 4,5 180er
- Quote: 1,86
- Sieg Damon Heta +2,5 Legs
- Quote: 1,40
Tipp 1: Über 4,5 180er. Gezählt werden die 180er beider Spieler zusammen; ab dem fünften Maximum in der Partie gewinnt die Wette. Getragen wird sie von der Entwicklung beider Spieler seit dem Frühsommer: Seit dem 1. Juni kommt Wade in seinen Partien über Best of 11 auf 2,39 Maximums, Heta auf 2,82, zusammen 5,21. Dahinter steht bei Wade die beste Phase seines Jahres im Scoring, sein Average liegt über die letzten zehn Partien bei 99,49, und in Antwerpen warf er allein im Achtelfinale gegen Rob Cross sechs 180er, im Finale fünf.
Heta wiederum wirft viel und trifft die Doubles unzuverlässig, wie im Viertelfinale gegen Aspinall mit einer Checkout-Quote unter 30 Prozent. Verpasste Matchdarts verlängern Legs, und jedes zusätzliche Leg bringt neue Wurfgelegenheiten für beide. Dazu passt, dass hier zwei Spieler antreten, die ihre Partien über diese Distanz selten früh beenden. Geht es über zehn oder elf Legs, ist die Vorgabe von 4,5 im Schnitt überschritten. Deswegen ist die erste Empfehlung eine 180er Wette auf über 4,5 180er.
Tipp 2: Sieg Damon Heta +2,5. Heta startet mit 2,5 Legs Vorsprung. Die Handicap Wette gewinnt, wenn er die Partie gewinnt oder mit höchstens zwei Legs Unterschied verliert, also bei jedem Ausgang außer einem 6:0, 6:1, 6:2 oder 6:3 für Wade. Genau diese vier Ergebnisse sind bei beiden Spielern die Ausnahme: Heta verliert häufig, aber selten klar, und Wade gewinnt über Best of 11 überwiegend knapp. Sportlich passt das zusammen, weil die Unterschiede zwischen beiden nicht im Scoring liegen. Im Average trennen sie 0,7 Punkte, im First-9-Average 0,5, und bei den Aufnahmen zwischen 131 und 140 liegt Heta vorn.
Wade ist der bessere Spieler am Double, und dort entscheidet er seine Partien, aber ein Double-Vorteil verschafft Vorsprünge von einem oder zwei Legs, keine Serien. Der direkte Vergleich stützt das: In den sieben Begegnungen über Best of 11 wäre ein Handicap von 2,5 Legs sechsmal aufgegangen.
Gegen den Tipp spricht die aktuelle Rollenverteilung. Wade ist in diesem Jahr der Spieler mit den Titeln, der besseren Bilanz und dem Selbstvertrauen aus Antwerpen, und er hat dort gegen Noppert vorgeführt, dass er eine Partie über Best of 11 auch mit 6:0 beenden kann. Fünf seiner Siege über diese Distanz endeten so. Hetas Anteil knapper Niederlagen entsteht außerdem zu einem Teil auf der ProTour, wo er in den frühen Runden auf deutlich schwächere Gegner trifft als hier; gegen einen Spieler aus den Top 10 kann der Abstand größer ausfallen. Und das jüngste Duell ist eine Warnung: Das 4:7 vom Sonntag war über Best of 13 gerechnet eine Niederlage mit drei Legs Unterschied. Allerdings hat Heta dort den Start etwas verpasst. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass ihn das gegen Wade eine Woche später erneut passieren wird.
Spielprognose für Wade gegen Heta
Favorit ist Wade. Über Best of 11 entscheiden zwei, höchstens drei Breaks, und er braucht für ein fremdes Anwurfleg weniger Versuche am Double als sein Gegner. Dazu kommt ein Jahr, in dem ihm dieser eine sichere Wurf am Ende der Legs fast immer zur Verfügung stand.
Chancenlos ist Heta deshalb nicht. Im Scoring liegt er auf Wades Höhe, in Antwerpen hat er gegen van Gerwen und Aspinall bewiesen, dass er über die volle Distanz auch gegen Topgegner bestehen kann, und ausgerechnet über Best of 11 ist er Wade in ihren bisherigen Duellen nicht unterlegen. Fehlen wird ihm die Sicherheit beim Zumachen, und genau dort entscheidet sich diese Partie.
Ich erwarte deshalb eine knappe Partie: ein 6:4 für Wade, mit dem Entscheidungsleg als zweiter Möglichkeit. Der Verlauf dürfte ähnlich aussehen wie am Sonntag, als Wade vorlegte, Heta über ein Break zurückkam und am Ende das ruhigere Finish den Ausschlag gab. Ein Durchmarsch in sechs oder sieben Legs wäre die Überraschung des Abends, und die sehe ich hier nicht kommen.