Luke Littler - Danny Noppert Tipps und Quoten am 18.09.2026

Bei den World Series of Darts Finals stehen sich in diesem Jahr schon in der ersten Runde die Nummer eins und die Nummer zehn der Weltrangliste gegenüber. Luke Littler trifft am Freitagabend in Amsterdam auf Danny Noppert — für den Niederländer das dritte Duell mit dem Weltmeister binnen zehn Monaten. Gespielt wird über elf Legs, eine Distanz, auf der ein guter Start und eine Serie an Treffern auf Double schwerer wiegen als der Abstand in der Rangliste. Dazu hat Noppert in der AFAS Live das Publikum auf seiner Seite.
Luke Littler: Wie gut ist das Jahr 2026 wirklich gelaufen?
Die kurze Antwort: außergewöhnlich. Littler hat 2026 unter anderem die Darts-WM, die UK Open, die Premier League, das World Matchplay, die World Masters und den World Cup gewonnen, zuletzt Anfang September die Czech Darts Open. Er ist 19 Jahre alt, führt die Weltrangliste an und steht bei 72 Titeln, davon 14 bei Majors.
Die Zahlen hinter diesen Titeln sind der eigentliche Punkt. Beim World Matchplay im Juli spielte er fünf Partien und blieb in keiner unter einem Average von 109: 109,53 gegen Niko Springer, 113,68 gegen Nathan Aspinall, 109,57 gegen Josh Rock, 110,88 gegen Dirk van Duijvenbode und 111,53 im Finale gegen Gerwyn Price, das er mit 18:9 gewann. Bei der Weltmeisterschaft im Januar lag er in sechs von sieben Partien über 100 und ließ Mensur Suljovic (4:0), Krzysztof Ratajski (5:0) und Gian van Veen im Finale (7:1) kaum am Spiel teilnehmen. Neun Neundarter hat er getroffen, den jüngsten am 21. Juli gegen Aspinall.
Angreifbar ist er dort, wo die Distanz kurz ist. Beim Players Championship 28 in Leicester kam er über Benjamin Pratnemer nur mit 6:5 hinaus, nachdem er mehrere Matchdarts überstehen musste, spielte dabei einen Average von 93,54 und schied später mit 4:7 gegen Brendan Dolan aus. In Prag gewann er das Finale gegen Luke Humphries mit 8:6 bei 95,25 — sein schwächster Wert des gesamten Turniers, und es reichte trotzdem. Littler verliert selten, aber er spielt nicht jede Partie auf dem Niveau von Blackpool.
Danny Noppert: Stark auf der Tour, anfällig gegen die Spitze
Noppert ist 35, steht auf Platz zehn der Weltrangliste und hat mit den UK Open 2022 einen Major gewonnen. Sein höchster Average bei einem Fernsehturnier liegt bei 107,00, im März dieses Jahres gelang ihm gegen Dimitri Van den Bergh ein Neundarter.
Sein bestes Ergebnis der laufenden Saison lieferte er bei den UK Open: Er schlug Van den Bergh mit 10:4, Peter Wright mit 10:2 und Luke Humphries mit 10:6, bevor er im Viertelfinale an Littler scheiterte. Auf der European Tour steht er verlässlich in den Endrunden — Halbfinale in Budapest Ende August, Viertelfinale in Prag Anfang September, Viertelfinale in Antwerpen am vergangenen Wochenende. Gegen Wessel Nijman gelang ihm dort am 13. September ein 6:4 bei einem Average von 100,13.
Gegen die absolute Spitze bricht dieses Niveau regelmäßig weg. Bei der Weltmeisterschaft 2026 schied er in Runde drei gegen Justin Hood mit 2:3 aus, obwohl er mit 102,27 den höchsten Average seiner WM-Laufbahn spielte. Beim World Matchplay war nach 3:10 gegen Rob Cross bei 91,80 sofort Schluss. Und in seinen letzten drei Niederlagen über elf Legs holte er kein einziges Leg: 0:6 gegen James Wade in Antwerpen, 0:6 gegen Littler in Prag, 0:6 gegen Josh Rock bei diesem Turnier im Vorjahr — beim letztgenannten Spiel bei einem Average von 100,19, was zeigt, wie schnell es auf dieser Distanz kippt.
Das Gegenstück dazu gehört zum selben Spieler: Wenn Noppert gewinnt, geht es fast immer über die Distanz. 6:4 gegen Nijman, 6:5 gegen Luke Woodhouse, 6:4 gegen Ritchie Edhouse, 6:4 gegen Ryan Searle, 6:5 gegen van Duijvenbode, 6:4 gegen Stephen Bunting. Er nimmt seinen Gegnern Legs ab — oder gar keine.
Die bisherigen Duelle: dreimal Littler
Littler und Noppert haben sich innerhalb der vergangenen zehn Monate dreimal gegenübergestanden, jedes Mal in der Endrunde eines Turniers und jedes Mal in einem anderen Modus.
Datum | Anlass | Modus | Ergebnis | Average Littler | Average Noppert |
|---|---|---|---|---|---|
16.11.2025 | Grand Slam of Darts, Halbfinale | Best of 31 Legs | 16:9 Littler | – | – |
08.03.2026 | UK Open, Viertelfinale | Best of 19 Legs | 10:6 Littler | 104,47 | 98,66 |
06.09.2026 | Czech Darts Open, Viertelfinale | Best of 11 Legs | 6:0 Littler | 102,48 | 88,78 |
Die beiden jüngsten Spiele fielen sehr unterschiedlich aus. Bei den UK Open hielt Noppert mit 98,66 ordentlich mit und nahm Littler sechs Legs ab — über 19 Legs war das eine normale Niederlage gegen den besseren Spieler. In Prag brach er ein: 88,78 sind für ihn ein sehr schwacher Wert, und Littler ließ ihn bei 102,48 nicht ins Spiel. Die einzige Begegnung im Modus der anstehenden Partie ist damit zugleich die deutlichste, und sie liegt erst neun Tage zurück.
Luke Littler vs. Danny Noppert Tipps
Luke Littler – Danny Noppert
- Sieg Danny Noppert+3,5 Legs
- Quote: –
- Höchstes Checkout über 109,5 Punkte
- Quote: –
Sieg Danny Noppert +3,5 ist der Tipp mit der besten Grundlage in diesem Spiel. Entscheidend ist, was die Vorgabe bei Best of 11 tatsächlich bedeutet: Der Tipp gewinnt, wenn Noppert das Spiel gewinnt — und ebenso, wenn er mit 3:6, 4:6 oder 5:6 verliert. Er geht nur bei 0:6, 1:6 oder 2:6 verloren. Gefordert sind also drei Legs, nicht der Sieg. Dafür spricht zuerst Nopperts Art zu spielen: Seine Siege über elf Legs endeten zuletzt fast durchgehend mit 6:4 oder 6:5, er zieht Partien in die Länge.
Dazu kommt Littlers Bilanz in genau diesem Modus. In neun Partien über elf Legs holte sein Gegner siebenmal mindestens drei Legs; nur zweimal gewann Littler mit vier oder mehr Legs Abstand. Bei den UK Open nahm Noppert ihm über die längere Distanz sechs Legs ab, und den Average von damals hat er in Antwerpen zuletzt wieder erreicht. Der Formstand passt dazu: Noppert hat drei Partien in den Beinen, Littler kommt aus zwölf Tagen Pause in ein Turnier, bei dem er im Vorjahr im Halbfinale an van Gerwen scheiterte.
Das Gegenargument ist schnell genannt und wiegt schwer — das Duell vor neun Tagen endete in diesem Modus 6:0. Trotzdem denke ich nicht, dass sich dieses Ergebnis wiederholen wird. Noppert hat weit unter seinem eigentlichen Niveau gespielt und ich denke nicht, dass ihm das gegen den gleichen Gegner in einer so kurzen Zeit noch einmal passieren wird. Deshalb ist der erste Tipp eine Handicap-Wette auf Sieg Noppert +3,5 Legs.
Der zweite Tipp für diese Partie ist eine Checkout Wette auf über 109,5 Punkte für das höchste Checkout. Gewertet wird das höchste Finish der gesamten Partie, unabhängig davon, wer es trifft — es genügt also, dass einer der beiden einmal 110 oder mehr auscheckt. Das Repertoire haben beide: Littler hat neun Neundarter getroffen, Noppert sechs, den jüngsten im März gegen Van den Bergh. Der zweite Punkt ist die Länge. Nopperts Siege über elf Legs endeten zuletzt bei 6:4 oder 6:5, und je näher die Partie an die volle Distanz kommt, desto mehr Legs entstehen, in denen ein dreistelliger Rest stehen bleibt.
Die Grenze dieser Auswahl liegt in Littlers eigenen Zahlen: In der Premier League 2026 lag sein höchstes Finish je Partie im Schnitt bei 94,35, und er traf dort 0,56 Checkouts über 100 pro Spiel. Ein Finish über 109,5 ist auf dieser Distanz bei Spielern wie Littler und Noppert trotzdem sehr wahrscheinlich. Littler hat schon mehr als einmal gezeigt, dass er hohe Zahlen rausnehmen kann und Noppert wird in diesem Spiel darauf angewiesen sein. Littler ist wahrscheinlich der beste Scorer der PDC, was Noppert oft in Situationen bringen wird, wo er zwangsläufig auf das hohe Checkout gehen muss. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es einem der beiden in dieser Partie gelingen wird.
Fazit und Spielprognose
Littler gewinnt dieses Spiel mit hoher Wahrscheinlichkeit. Die interessante Frage ist die Höhe, und die hängt daran, wie Noppert auf Double trifft. In Antwerpen und Budapest kam er über die volle Distanz, weil er seine Chancen nutzte; in Prag geriet er bei 88,78 im Scoring gar nicht erst in die Lage, welche zu bekommen.
Der wahrscheinlichste Verlauf ist ein Sieg Littlers mit 6:3 oder 6:4, bei dem Noppert früh ein, zwei Legs holt und den Anschluss bis in die Schlussphase hält. Ein zweites 6:0 binnen zwölf Tagen würde dagegen voraussetzen, dass Noppert erneut deutlich unter dem Niveau bleibt, das er in Antwerpen gezeigt hat. Auch wenn das eher unwahrscheinlich ist, sollte sich Littler am Ende trotzdem durchsetzen, da er vor allem in den Schlussphasen einer Partie extrem konstant ist.