PDC World Youth Championship: Modus, Teilnehmer und Wetten

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Wer auf die PDC World Youth Championship wetten will, findet schnell Termine, Ergebnisse und Preisgeld vergangener Ausgaben, aber kaum etwas dazu, was davon für den eigenen Tipp zählt. Beim Jugendturnier der PDC hängt die Antwort an der Wette: Ob du auf ein Gruppenspiel, auf das Endspiel oder schon vor dem ersten Wurf auf den Turniersieger setzt, entscheidet darüber, worauf du deinen Tipp stützen kannst.

Das Finale der PDC World Youth Championship in Minehead

Das Endspiel der PDC World Youth Championship wird nicht am selben Tag gespielt wie der Rest des Turniers. In Wigan ist nach den Halbfinals Schluss, das Finale folgt Wochen später als einzelne Partie in Minehead, am letzten Tag der Players Championship Finals zwischen deren Halbfinals und deren Finale. 2025 lagen zwischen dem Tag in Wigan am 13. Oktober und dem Finale am 23. November knapp sechs Wochen, 2026 sind es vom 5. Oktober bis zum 29. November knapp acht. Was der Turniertag über die beiden Finalisten verraten hat, ist am Tag des Endspiels also mehrere Wochen alt.

Dazu wechselt die Umgebung. Den Tag in Wigan zeigt kein Fernsehen, das Finale dagegen steht live auf der Bühne in Minehead und wird übertragen, 2026 bei DAZN. Wie weit beides auseinanderliegen kann, hat das Endspiel 2025 gezeigt. Beau Greaves hatte in Wigan im Halbfinale Luke Littler geschlagen und dabei deutlich stärker geworfen als Gian van Veen in seinem Halbfinale gegen Sebastian Bialecki. In Minehead drehte sich das Bild, und van Veen gewann 6:3.

Average 2025

Halbfinale in Wigan

Finale in Minehead

Beau Greaves

105,02

90,42

Gian van Veen

93,51

96,55

Greaves fiel um mehr als 14 Punkte ab, van Veen legte drei zu. Wer nach dem Turniertag auf Greaves gesetzt hätte, hätte einem Wert vertraut, der sechs Wochen später nichts mehr galt. Für deine Wette auf das Finale zählen deshalb die Partien, die beide in der Zwischenzeit gespielt haben, mehr als der Average vom Turniertag.

Was zwischen Wigan und Minehead passiert

Die Development Tour, auf der viele junge Spieler ihre Saison bestreiten, ist in diesen Wochen schon vorbei, 2026 endete sie direkt vor dem Turniertag; bis zum Finale kommen von dort keine neuen Ergebnisse. Dafür haben beide Finalisten mit dem Einzug ins Endspiel einen Startplatz beim Grand Slam of Darts sicher; im Finale selbst geht es neben dem Preisgeld nur noch um die Einladung zur PDC-Weltmeisterschaft, die allein der Sieger bekommt. Der Grand Slam liegt vor dem Finale, 2026 vom 14. bis 22. November, und dort spielen beide auf einer großen Bühne gegen etablierte Profis. Wer seine Wette auf das Finale erst nach dem Grand Slam setzt, stützt sie auf Partien von vor einer Woche statt von vor acht.

Ein Finalist kann außerdem schon bei den Players Championship Finals gespielt haben, bevor er am selben Ort zum Endspiel antritt. Gian van Veen kam 2025 als frisch gekürter Europameister nach Minehead, verlor dort in der zweiten Runde gegen Krzysztof Ratajski und hatte danach nur noch das Finale vor sich. Wer so anreist, kennt das Wochenende in Minehead schon, und seine Partien dort sind das Letzte, was du vor dem Endspiel über seine Form erfährst.

Anwurf und Endstand im Finale

Das Finale geht über Best of 11 Legs, Sieger ist, wer zuerst sechs gewinnt. Wer anfängt, entscheidet das Ausbullen direkt vor der Partie; 2025 gewann es van Veen und holte sich damit den Anwurf. Weil der Anwurf von Leg zu Leg wechselt, wirft der Spieler, der beginnt, in sechs der elf möglichen Legs zuerst, sein Gegner in fünf. Gewinnen beide jedes Leg mit eigenem Anwurf, endet das Finale 6:5 für den, der begonnen hat.

Für Siegwette, Handicap und genauen Endstand heißt das: Vor dem Ausbullen weißt du nicht, wer die sechs Legs mit Anwurf bekommt. Bei einem engen Finale hängt daran, wer ein 6:5 gewinnt, und ein Handicap von minus 1,5 Legs auf den Favoriten ist verloren, sobald beide ihre Anwürfe durchbringen, egal wer begonnen hat. Wer seine Wette erst nach dem Ausbullen live setzt, kennt den Anwurf und sieht die ersten Legs in der Übertragung selbst.

Der Turniertag in Wigan: Gruppenphase bis Halbfinale

Bis zum Halbfinale ist die PDC World Youth Championship ein einziger langer Tag in einer Halle. 2026 war das Montag, der 5. Oktober, im Robin Park Leisure Centre in Wigan: erst die Gruppenphase, danach das K.-o.-System ab der Runde der letzten 64. Wer ins Finale kommt, spielt an diesem Tag acht Partien, drei in seiner Gruppe und fünf im K.-o.-System bis einschließlich Halbfinale. Fernsehbilder gibt es davon nicht: Eine Wette auf ein Halbfinale setzt du auf zwei Spieler, die schon sieben Partien hinter sich haben, und was du über ihre Form an diesem Tag weißt, sind die Ergebnisse und Averages.

Wer im Feld steht und was du über ihn weißt

Ins Feld der PDC World Youth Championship kommen Spieler zwischen 16 und 24 Jahren, und darunter sind Spieler auf sehr unterschiedlichem Niveau: 2026 stand mit Luke Littler der amtierende Weltmeister in derselben Halle wie der 16-jährige Lewis Cook. Die 128 Plätze werden über drei Wege vergeben, und je nach Weg weißt du vor dem Turnier sehr unterschiedlich viel über einen Spieler.

  • Spieler mit Tour Card im passenden Alter, sofern sie ihre Einladung annehmen; 2026 waren es zwölf. Sie spielen die Pro Tour gegen die Profis, ihre Form ist am besten dokumentiert.
  • Internationale Vertreter über Einladungen, 2026 waren es 26. Über sie weißt du vor dem Turnier am wenigsten.
  • Spieler aus der Development Tour, die alle übrigen Plätze nach dem Endstand ihrer Rangliste bekommen. Ihre Events sind mit Ergebnissen und Averages öffentlich einsehbar.

Wie viel der Weg ins Feld aussagt, zeigte 2026: Die zwölf Spieler mit Tour Card stellten drei der vier Halbfinalisten, Cam Crabtree, Luke Littler und Charlie Manby. Der vierte, der Deutsche Jan Schmidt, kam ohne Tour Card, schlug Manby 6:3 und trifft im Finale auf Crabtree. Die internationalen Vertreter schieden dagegen früh aus.

Runde 2026

internationale Vertreter noch im Turnier

Gruppenphase

26

Runde der letzten 64

9

Runde der letzten 32

3

Achtelfinale

0

Mio Varila, Daniel Kortbek und Hunter Eyles kamen am weitesten und verloren in der Runde der letzten 32 alle drei mit 5:6, jedem fehlte ein Leg zum Weiterkommen. Für eine Wette auf das Weiterkommen über mehrere Runden war ein internationaler Vertreter 2026 damit ein schlechter Tipp, in einer einzelnen Partie aber nicht chancenlos.

Gruppenphase: ein Gesetzter und drei Gegner

Gespielt wird in 32 Gruppen zu je vier Spielern, und jede Gruppe hat genau einen Gesetzten. Gesetzt wird zuerst nach der Rangliste der PDC, die übrigen Plätze nach der Rangliste der Development Tour. Jeder spielt gegen jeden über Best of 9 Legs, seit 2025 kommen der Erste und der Zweite jeder Gruppe in die K.-o.-Runde, und sind zwei Spieler punktgleich, entscheidet ihr direkter Vergleich. Wenn du auf das Weiterkommen eines Spielers setzt, ist deshalb sein Spiel gegen den Gegner, mit dem er um Platz zwei kämpft, das wichtigste der drei: Gewinnt er es, liegt er bei gleicher Bilanz vorn.

Für Wetten auf einzelne Gruppenspiele zählt, wie weit das Niveau auseinanderliegen kann. Luke Littler gewann 2026 seine drei Gruppenspiele mit einem Average von 96,42, Nathan Girvan kam am selben Tag mit 62,18 auf zwei Siege. Wer mit einem Average von 62 zwei Spiele gewinnt, hatte Gegner, die ebenfalls weit unter Littlers Niveau blieben. Hat eine Gruppe einen Gesetzten aus der Rangliste der PDC und drei Spieler aus der Development Tour oder mit Einladung, sind deshalb die Spiele des Gesetzten am leichtesten einzuschätzen und die der drei anderen untereinander am schwersten.

Auch ein Spieler mit Tour Card kann hier schon scheitern. 2026 schieden Leon Weber und Adam Gawlas in der Gruppe aus: Weber wurde hinter Alexander-Veigar Thorvaldsson und Jenson Remory Dritter, Gawlas hinter James Buckby und Harrison Leigh. Über Best of 9 reichen fünf gewonnene Legs zum Sieg, und bei drei Spielen kann schon eine Niederlage gegen den Konkurrenten um Platz zwei das Aus bedeuten.

K.-o.-Runden bis zum Halbfinale: kurze Distanz, viele Decider

Ab der Runde der letzten 64 geht jede Partie über Best of 11 Legs. Ein Vorteil pro Leg schlägt umso stärker auf das Ergebnis durch, je mehr Legs eine Partie hat, und elf sind wenig: Der bessere Spieler kann sich darauf kaum absetzen. 2026 endeten in Wigan 14 der 61 gespielten Partien im K.-o.-System mit 6:5, fast jede vierte ging also in den Decider. Keane Barry, hinter Littler und Sebastian Bialecki an Position drei gesetzt, verlor so schon seine erste Partie im K.-o.-System 5:6 gegen Angelo Balsamo. Ein Handicap von minus 1,5 Legs oder mehr auf den Favoriten ist in jeder dieser Partien verloren, auch wenn der Favorit sie gewinnt.

Luke Littler hat beide Seiten dieser Distanz erlebt. 2025 kam er als amtierender Weltmeister nach Wigan, einen Tag nachdem er das Finale des World Grand Prix 6:1 gegen den Weltranglistenersten Luke Humphries gewonnen hatte. Im Achtelfinale lag er gegen Charlie Manby 3:5 zurück und gewann die drei letzten Legs, im Halbfinale verlor er gegen Beau Greaves im Decider, obwohl er den höheren Average spielte. 2026 lag er gegen Lewis Cook 0:3 hinten und drehte die Partie, im Halbfinale schied er wieder im letzten Leg aus, diesmal gegen Cam Crabtree bei gleichem Average.

Littler im Halbfinale

Ergebnis

Average Littler

Average Gegner

2025 gegen Beau Greaves

5:6

107,40

105,02

2026 gegen Cam Crabtree

5:6

97,9

97,9

Dieselbe Distanz, auf der Littler ein 3:5 und ein 0:3 aufholte, hat ihn zweimal im letzten Leg aus dem Turnier genommen. Wer im Halbfinale auf den klaren Favoriten setzt, bekommt dafür eine niedrige Quote für ein Spiel, das so eng ausgehen kann wie jedes andere an diesem Tag.

Wette auf den Turniersieger der PDC World Youth Championship

Wer vor dem Turnier auf den Sieger der PDC World Youth Championship setzt, wettet auf einen Spieler, der zwei getrennte Ereignisse gewinnen muss: den Tag in Wigan mit acht Partien und Wochen später das Finale in Minehead. Eine solche Langzeitwette hängt also an neun Partien, und ab der Runde der letzten 64 beendet jede Niederlage sie, auch die im letzten Leg.

2026 stand das Feld von 128 Spielern erst am Wochenende direkt vor dem Turniertag fest: Die letzten Plätze kamen über die Rangliste der Development Tour, deren Saison am 3. und 4. Oktober in Wigan endete. Wer früher auf den Sieger setzte, wettete also, bevor das Feld komplett war. Dazu können eingeladene Spieler verzichten. 2026 sagten Titelverteidiger Gian van Veen, der das Turnier zweimal gewonnen hatte, Beau Greaves, seine Gegnerin aus dem Finale des Vorjahres, und Yorick Hofkens ab. Ein Name, der vor dem Turnier naheliegt, gehört erst auf deinen Wettschein, wenn feststeht, dass er auch antritt.

Auch der Spieler mit den besten Voraussetzungen kommt nicht sicher durch. Luke Littler ging 2026 als Weltmeister, Nummer eins der Welt und klarer Favorit an Position eins gesetzt ins Turnier. Wer auf ihn als Turniersieger setzte, bekam dafür eine niedrige Quote und verlor die Wette mit dem 5:6 gegen Crabtree schon in Wigan, Wochen vor dem Finale.

Nach dem Tag in Wigan stehen nur noch zwei Spieler zur Wahl. Ab dann ist die Frage nach dem Turniersieger dieselbe wie die nach dem Sieger des Finales, und es zählen die Wochen bis Minehead, der Grand Slam und das Ausbullen.

Was die bisherigen Sieger für die Wette zeigen

Die erste Ausgabe gewann 2011 Arron Monk, im Finale gegen Michael van Gerwen. Seitdem stehen auf der Trophäe Namen wie Luke Humphries, Michael Smith und Dimitri van den Bergh, Spieler, die später große Turniere der PDC gewonnen haben. Van den Bergh und Gian van Veen haben je zwei Titel und sind damit die häufigsten Sieger, van Veen stand von 2023 bis 2025 dreimal in Folge im Finale. Wer einmal so weit gekommen ist und die Altersgrenze noch erfüllt, gehört bei der Wette auf den Sieger zu den ersten Namen, die du prüfst.

Eine Tour Card braucht es für den Titel nicht. Luke Littler gewann 2023 als Amateur, im Finale gegen van Veen. Beau Greaves stand 2025 als erste Frau im Finale, bevor sie eine Tour Card annahm, und 2026 kam Jan Schmidt ebenfalls ohne ins Endspiel. Einen Spieler ohne Tour Card prüfst du deshalb an seinen Ergebnissen auf der Development Tour, bevor du ihn für den Titel abschreibst.

Geschrieben von

Mark Jennes

Redaktion

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